19.11.2013 - 00:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Peter Seidl präsentiert mit seiner Band das Programm "Herbstgefühle" - Hymne auf den Seidel-Saal: Lieder, vollgefüllt mit Poesie und Nostalgie

Von links Susan Batten-Seidl, Peter Seidl, Peter Mauritz, Steffen Weber, Timo Seidl und Stefan Donhauser beim "Lied auf die Freundschaft". Bild: hka
von Helga KammProfil

Im Sommer vorigen Jahres nahm er musikalisch Abschied von Sulzbach-Rosenberg, jetzt gab es ein Wiedersehen und Wiederhören: Peter Seidl, der ehemalige Chef des HCA-Gymnasiums, kam in den Seidel-Saal, diesmal mit Band und ganz zum Schluss auch "mit Family". Um "Herbstgefühle" ging es in vielen seiner Lieder voller Poesie und Nostalgie, von seiner "Boy group" beim ersten Live-Auftritt instrumental bestens unterstützt und vollendet ergänzt durch Steffen Weber mit seiner Querflöte.

Opa als Stammgast

"Der Summa is umma, September is kumma und der Nachmittag, der wird scho spat". Ist es die Erinnerung an den Herbst am Flaucher in den Münchener Isarauen oder vielleicht das Wissen um den Nachmittag des eigenen Lebens, immer ist Biografisches in den Texten Peter Seidls.

Er lässt seinen kleinen Ölbaum vorm Haus erzählen von griechischen Inseln und andalusischen Fincas - scheut sich nicht, einen in jungen Jahren genossenen "One-Night-Stand" zu schildern und beschreibt in einer Ballade das nicht immer leichte Leben seines Opas, der beim Schießl-Bräu in Amberg Stammgast war. Melancholie spricht aus diesen Texten und der Musik dazu.
Seidl selber agiert am Keyboard, Stefan Donhauser und Heinz Beiersdörfer spielen Gitarre und Bass, Peter Mauritz ist der Drummer. Und immer wieder erhebt Steffen Weber, der Leiter der Städtischen Sing- und Musikschule, seine Querflöte und begleitet oder untermalt mit hellen, weichen, wundervollen Tönen.

Vielfach ist es die bayerische Mundart, in der Peter Seidl textet: "Dann spül i Musik, dann geht's mia nimma so dreckat", aber auch in seiner Schriftsprache steckt Farbe und Fülle: "Alles geht hinunter den blauen Fluss, er hat keinen Anfang und keinen Schluss. Alles geht hinunter den blauen Fluss, weil es muss". Stille im Seidel-Saal und Gänsehaut-Feeling bei den Besuchern bewirken diese nachdenklichen Lieder. Aber dann, nach der Pause, zeigen Peter Seidl und seine "Boy-group" aus passionierten und erfahrenen Musiker-Freunden und -Kollegen, dass sie auch anders können. Der "Arme Mann im Mond" zum Beispiel und etliche andere Stücke leben von Temperament, von Soli aller Mitwirkenden, von jazzigen Rhythmen, und auch die Querflöte mischt da kräftig mit. Nicht fehlen darf die Seidel-Saal-Hymne, das "Lied vom Druck", die Peter Seidl zur Einweihung des Saales komponiert und getextet hat.

Kamikaze-Vogel

Und um den Abend nicht gar zu melancholisch werden zu lassen, gehört zum Repertoire das "Maronischwammerl", dem eine Zukunft als "feines Ragout mit Semmelknödeln dazu" in Aussicht gestellt wird, die "wahre Begebenheit" vom Kamikaze-Kanarienvogel und natürlich das Amberger Lied von der "Vilstal-Ente..

Nach viel Beifall bittet Seidl zwei Gastmusiker auf die Bühne: seine singende Frau Susan Batten-Seidl und seinen Sohn Timo. Mit weichem und zugleich kraftvollem Alt und routiniertem Gitarrenspiel unterstützen beide das abschließende Lied auf die Freundschaft "Fahrt doch nicht mehr weg in dieser Nacht". Wer könnte da Nein sagen zu einer Einladung dieser sympathischen Familie, in der Musik gelebt wird?

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.