07.07.2017 - 15:08 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Sanierung des Förderturms am ehemaligen St.Annaschacht angelaufen Stählerne Verpflichtung

Die Sanierung des Förderturms am ehemaligen Bergwerk St. Anna ist angelaufen. Bürgermeister Michael Göth sah dadurch einen wichtigen Startschuss gegeben, einen weithin sichtbaren Zeugen der Montangeschichte zu bewahren. Aber auch die Sachverständigen begeistert das imposante Bauwerk.

In zwei Bauabschnitten (Beton- und Stahlfußbereich sowie Konservierung und Korrosionsschutz) wird die Sanierung des Turms in Angriff genommen.
von Andreas Royer Kontakt Profil

Den Entschluss zur Sanierung fasste der Bauausschuss des Stadtrates bereits im Dezember 2015. Mittlerweile ist auch die Aufnahme in die Denkmalliste ohne Probleme über die Bühne gegangen, der Weg für Zuschüsse so freigemacht. Beim Ortstermin auf der von der Metallbaufirma Preuße & Rätsch aus Weimar neu eingerichteten Baustelle ging Bauleiter Gregor Stolarski (TÜV Rheinland) auf Details der Sanierung ein.

Bauleiter Gregor Stolarski vom TÜV Rheinland, der auch im Bauausschuss das Konzept vor einiger zeit vorgestellt hatte, zeigte sich grundsätzlich vom Erhaltungsgrad der Konstruktion beeindruckt. Nach Ansicht des Experten handelt es sich bei der Ausführung des Förderturms der Schachtanlage St. Anna um den damaligen Höchststand der Stahlbautechnik. "Bei diesem markanten und weit sichtbaren Bauwerk passt die Statik, zumal auch die Lasten gegenüber dem laufenden Betrieb weniger geworden sind." Der Fachmann sprach von einer behutsamen Sanierung, die auf Grundlage der alten Pläne ablaufen könne.

Das Vorhaben mit einem Kostenvolumen von rund 194 000 Euro wird in zwei Gewerken abgewickelt. Zunächst stehen die Betonsanierung und die Ausbesserung der Stahlfüße sowie die Herstellung der Abdeckkappen auf den Radfangkästen im Vordergrund. Diese Arbeiten könnten bis Ende September abgeschlossen sein. Im zweiten Leistungsbereich folgen dann Konservierung und Korrosionsschutz - schnellstmöglich je nach Wetterlage.

Gleiches Erbe

Bürgermeister Michael Göth machte beim Baustellentermin deutlich, wie wichtig es für die montangeschichtliche Vergangenheit Sulzbach-Rosenbergs sei, diesen wichtigen Zeugen dauerhaft zu erhalten. "Das gleiche wünsche ich mir natürlich auch für den Hochofen, der zum gleichen Erbe der Stadtgeschichte gehört." Der Rathauschef zeigte sich auch mit den Farbmustern für den Anstrich zufrieden, zumal der Förderturm neben der unverkennbaren Nah- auch eine bedeutende Fernwirkung habe.

Christine Schaller-Kokesch von der Oberbauleitung rief die Umfeldgestaltung mit Ruhebänken und Infotafeln sowie die Beleuchtung in Erinnerung, was die Außenwirkung des Förderturms weiter verstärkt.

Denkmalliste

Der Förderturm des Annaschachtes in Sulzbach-Rosenberg ist seit 2017 mit folgender Eintragung in der Denkmalliste vertreten: D-3-71-151-312 Zum Förderturm. Förderturm und verfüllter Schacht St. Anna des ehem. Eisenwerks "Gesellschaft Maximilianshütte AG Sulzbach-Rosenberg", Stahlfachwerkturm mit Schrägpylonen von Siemag-Maschinen und Stahlbau GmbH Nephten, 1957/58, Förderschacht von Polensky & Zöllner, 1956/57; Reststrecke der Zubringerbahngleise. Nachqualifiziert. (oy)

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