03.04.2017 - 20:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

SMS-Lehrerkonzert überrascht im Rathaussaal Von Bach bis Lady Gaga und Al Pacino

Auch in der Brust eines Musiklehrers wohnen zwei Seelen: Einerseits der Pädagoge, der seine Schüler formt und fördert, andererseits der Künstler, der die Bühnenluft zum Atmen braucht. Letzterem verschaffte das Lehrerkonzert der Städtischen Sing- und Musikschule ein Ventil.

Mindestens so elegant wie einst Al Pacino und Gabrielle Anwar legten Lisa Milyukova und Andreas Fischer ihren Tango aufs Parkett.
von Anke SchäferProfil

Die Gelegenheit, einmal mit überraschendem Repertoire oder seltenen Ensemble-Besetzungen auf der Bühne zu stehen, ließen sich die wenigsten SMS-Kollegen entgehen. Selbst Schulleiter Steffen Weber konnte nicht widerstehen und eröffnete den frühlingshaft beschwingten Abend an der Seite von Pianistin Gabriele Werner mit Johann Sebastian Bach.

Und schon hier zeigte sich, was das gesamte Konzert prägte: Mit ein bisschen Probenarbeit werden aus arrivierten Solisten perfekt harmonierende Teamplayer. Lisa Milyukova exerzierte das sogar im laufenden Abend vor. Rachmaninows Prélude für große Klavier-Pranken gab sie als Solistin. Chatschaturjans nicht nur bei Eiskunstlaufküren beliebten Masquerade-Walzer wuchtete sie mit Akkordeon-Kollegin Viktoria Dechant vierhändig aus dem Konzertflügel und verwandelte sich schließlich noch mit Gitarrist Andreas Fischer in eine entfesselte Lady Gaga.

Fagottistin Elizabeth Schmid wechselte mit Freunden vom Altdorfer Bläserquintett zwischen klassischen und jazzigen Tönen und konterkarierte zusammen mit Flötistin Iwona Simonides und Oboistin Beatrix Köhle einen Macho-Tango aus der Feder von Isaac Albéniz mit feminin geprägter Note. Zwitschernd und tirilierend huldigten Sopranistin Susanne Behnes-Wessels, Flötistin Simonides und Pianistin Milyukova mit "Le Rossignol" von Léo Delibes dem Frühling, der draußen vor der Tür schon mit aller Pracht Einzug gehalten hatte. Nachdem Beatrix Köhle und Gabriele Werner noch einmal dem Hausgott aller Musiker, Johann Sebastian Bach, mit einem eingängigen Kantaten-Auszug die Ehre erwiesen hatten, wechselte Andreas Fischer mit "Colors" von Tobias Rauscher in die unmittelbare Gegenwart des "Percussive Fingerstyle".

Gewechselt hat auch Michael Kämmle, der seine geliebte Flöte diesmal im Schrank ließ. Dafür rückte er das Cembalo und hier insbesondere die tiefen Lagen ins gebührende Licht der Konzertöffentlichkeit.

Klarinettist Stefan Frank brillierte zusammen mit Lisa Milyukova am Klavier in sommerfrischen, ausdrucksstarken Melodien eines Konzerts für Klarinette und Orchester aus der Feder von Julius Rietz. Anschließend nahm er Platz zwischen Iwona Simonides, Steffen Weber, Viktoria Dechant, Gabriele Werner und Max Stadler (Kontrabass), um den Abschlussknaller des Abends zu zünden: Quasi als SMS-Salonorchester befeuerten sie den auch aus dem Film "Der Duft der Frauen" bekannten Tango "Por una cabeza". In den Rollen von Al Pacino und Gabrielle Anwar brachten Andreas Fischer und Lisa Milyukova das Tanzparkett vor der Bühne zum Glühen.

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