05.04.2017 - 20:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

SMS spielt zugunsten der Diakonie Sulzbach-Rosenberg Musikalischer Silberstreif

Menschen, mit denen es das Leben nicht gut meint, finden beim Diakonischen Werk Sulzbach-Rosenberg Rat und Unterstützung. Oft sind die Helfer aber gerade in finanzieller Hinsicht selbst auf Hilfe angewiesen. Die Städtische Sing- und Musikschule (SMS) sprang jetzt in die Bresche.

Nick Hartmann eroberte beim Diakonie-Benefizkonzert die Herzen des Publikums im Sturm. Bilder: aks (2)
von Anke SchäferProfil

Als SMS-Leiter Steffen Weber Anfang des Jahres mit Theo Wißmüller Kontakt aufnahm, ging es nicht um den Ernst des Lebens - ganz im Gegenteil. Ins Gespräch über die Moderation des SMS-Faschingskonzerts mischte sich jedoch schnell Wißmüllers Berufsalltag bei der Diakonie. Angesichts der geschilderten, schweren Schicksale fackelte Weber nicht lange und setzte ein Konzert zugunsten der guten Sache auf den Plan. Ohne Zögern erklärten sich die jungen Talente des Hauses bereit, den Hilfsbedürftigen einen Silberstreif der Hoffnung an den ansonsten wohl eher düsteren Horizont zu musizieren. Keine Selbstverständlichkeit übrigens für die vielbeschäftigten Jugend-musiziert-Preisträger, die sich mitten in der heißen Vorbereitungsphase für den Landeswettbewerb vom 7. bis 11. April in Bad Kissingen befinden.

Der 13-jährige Schlagzeuger Ben Hartmann nahm jedoch den zusätzlichen Auftritt gelassen und bestach einmal mehr mit zwei beeindruckend raffinierten Percussion-Nummern. Mit ebenso professioneller Routine steuerten die Querflötisten Annette Knab (18 Jahre) und Sebastian Schürfeld (15 Jahre) zwei anspruchsvolle Werke aus ihrem Wettbewerbsprogramm bei. Dabei gelang auch ihnen das Kunststück, nach so vielen Wochen immer noch mindestens genauso frisch und konzentriert zu wirken wie zu Beginn von Jugend musiziert Anfang Februar.

Frei von Wettbewerbsbelastungen, aber nicht minder begeisternd, eroberte der zehnjährige Akkordeonist Nick Hartmann solo und an der Seite seiner Lehrerin Viktoria Dechant das Publikum. Letztere bewies darüber hinaus ein großes Herz und sprang zusammen mit Pianistin Lisa Milyukova spontan für einen erkrankten Teilnehmer ein. Der dem Konzertflügel entlockte, überbordend temperamentvolle Chatschaturjan-Walzer zu vier Händen entpuppte sich genau wie Milyukovas Rachmaninow-Solo als echter Glücksfall, den das Publikum mit großem Applaus honorierte. Theo Wißmüller zitierte zum Dank Wilhelm Busch und lobte das herausragende Können aller Musiker: "Ich bin enthusiasmiert, das ist Seelenfreude, das tut gut." Bei aller Schönheit der Musik vergaß er aber nicht, vehement auf die elementare Bedeutung kirchlich allgemeiner Sozialarbeit zu verweisen und untermauerte diese mit einige plastischen Beispielen aus der Praxis. Die gesammelten Spenden kommen, versicherte er, nun direkt und in voller Höhe Menschen zugute, die in äußerst schwierigen Lebenssituationen für jeden unbürokratischen Funken Hoffnung und Unterstützung dankbar sind.

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