Sonderausstellung über Kaiser Karl IV.
Gute Beziehungen zum Kaiser

Eine von zahlreichen Urkunden, mit denen Privilegien für Sulzbach festgeschrieben wurden. Dieses sehr gut erhaltene Exemplar trägt ein imposantes Kaiser-Siegel. Die wertvollen Schriftstücke werden im Stadtarchiv verwahrt. Das Stadtmuseum zeigt einige gut erhaltene Exemplare. Bilder: Royer (4)
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
21.12.2016
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Als Glücksfall für die Stadt Sulzbach erwies sich 1353 ihre Verpfändung an Kaiser Karl IV., der sie zur Hauptstadt "Neuböhmens" und wichtigen Etappe an der Goldenen Straße machte. Zum 700. Geburtstag des Kaisers gibt es nun eine Sonderausstellung im Stadtmuseum.

"Mit Neuböhmen schuf Kaiser Karl IV. den Ansatz eines ersten modernen Staates im mittelalterlichen Reich und machte Sulzbach zu dessen Hauptstadt", so Edith Zimmermann gegenüber der SRZ beim Presse-Rundgang.

In den 20 Jahren seiner Herrschaft förderte der Kaiser die Stadt und ihre Bürger mit zahlreichen Privilegien. Er befreite die Sulzbacher Kaufleute vom Zoll in allen Reichsstädten und gestattete den Bürgern, im gesamten Sulzbacher Land, Eisenerz zu fördern. Kaiser Karl IV. weilte, zählt man alle Tage seiner Besuche zusammen, fast ein halbes Jahr in Sulzbach. Seinem Sohn Wenzel verlieh er Wappen und Titel eines Grafen von Sulzbach. Während der Regierungszeit Karls IV. vergrößerte sich die Altstadt auf etwa das Dreifache ihrer ursprünglichen Fläche. Es entstanden Vorstädte, die um 1350 (äußere Stadtmauer) und 1388 (Bachviertel) ebenfalls befestigt und in den Mauerring einbezogen wurden.

Entwicklung gefördert

Die Zeitspanne, in der Sulzbach als Hauptstadt von "des Kaisers Land zu Bayern" zu Böhmen gehörte und sich der besonderen Gunst Karls IV. erfreuen konnte, dauerte insgesamt nur 20 Jahre. Mit dem Vertrag von Fürstenwalde 1373 Sulzbach kam als verkleinertes Landgericht wieder in wittelsbachische Hände.

Aber von der kurzen Zeit der böhmischen Herrschaft gingen entscheidende Impulse für die Entwicklung der Stadt aus, die primär auf dem wirtschaftlichen und sozialen Sektor ihren Niederschlag fanden, auch noch in den folgenden Jahrzehnten.

Die Ausstellung beleuchtet schön gegliedert und anschaulich mit vielen Exponaten und Erklärungen zahlreiche Aspekte der unmittelbaren Beziehungen Sulzbachs zu Kaiser Karl IV.

Themenschwerpunkte sind unter anderem "Karl IV. und Sulzbach", "Verwaltung", "Verteidigung, Militär und Burg", "Handel, Wirtschaft, Goldene Straße", "Urkunden", "Stadtentwicklung", "Karl IV. und die Juden". Die Schau in Sulzbach gehört zum Begleitprogramm der großen bayerisch-tschechischen Landesausstellung "1316-2016 - Karl IV., die in Nürnberg im Germanischen Nationalmuseum noch bis 5. März 2017 zu sehen ist.

Öffnungszeiten zur SonderausstellungDie Sonderausstellung "Kaiser Karl IV. und Sulzbach - Sulzbach als Hauptstadt Neuböhmens" läuft noch bis 12. März 2017 im Stadtmuseum. Öffnungszeiten sind Mittwoch bis Freitag ) bis 12 und 13.30 bis 16.30 Uhr, Samstag, Sonntag und an Feiertagen 13.30 bis 16.30 Uhr und nach Vereinbarung. Das Stadtmuseum ist aus betrieblichen Gründen vom 10. bis 29. Januar geschlossen!; Stadtmuseum, Neustadt 14 bis 16, 09661/87768-00, -12, stadtmuseum@sulzbach-rosenberg.de.

Weitere Informationen unter http://www.su-ro.city/freizeit-und-gaeste/kultur/stadtmuseum/
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