Starkbieranstich der Kolpingsfamilie Rosenberg
City-Center für das Dorf

Der spätere Sieger, Thomas Munker (Zweiter von links), machte auf dem Weg zum voll umfassenden Erfolg am Hakel-Tisch kurzen Prozess mit seinen Kontrahenten. Über die Einhaltung der Wettkampfregeln wachte dabei am Rosenberger Nockherberg im Kettelerhaus Kolping-Chef Thomas Gebhardt, der auch die kommunalpolitische Prominenz willkommen hieß. Bilder: Royer (3)
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
20.03.2017
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Nach dem nicht ganz trocken verlaufenen Anstich des ersten Fasses Starkbier der Brauerei Fuchsbeck durch Bürgermeister Michael Göth (rechts) stießen Kolping-Vorsitzender Thomas Gebhardt (Mitte) und sein Vize Gerd Schütz auf eine zünftige Frühjahrskur an.

Schon alleine das Büfett der Rosenberger Kolpingsfamilie mit Oberpfälzer Schmankerln wäre am Samstag Grund genug für einen Besuch im Kettelerhaus gewesen. Aber leider blieben im Saal einige Stühle frei. Die fehlenden Gäste versäumten zünftige Musik, fetziges Fingerhakeln und eine geschmalzene Rede von Bruder Barnabas.

Eigentlich unverständlich, dass die "Mutter aller Bockbierfeste" in der Herzogstadt etwas an Zuspruch eingebüßt hat, wenn man das wirklich abwechslungsreiche Programm gegenüberstellt. Aber der Boom der Bockbierfeste - zumindest was deren Anzahl betrifft - hält unvermindert an, so dass es auch schon mal zu Terminüberschneidungen kommen kann.

Nichtsdestotrotz fanden sich im Laufe des Abends knapp 100 Freunde der gehaltvollen Gerstensäfte ein, um gemeinsam den vom früheren Stadtoberhaupt Hans Göth so bezeichneten "Rosenberger Nockherberg" live mitzuerleben.

Spitzen am Punkt

Fehlen durfte natürlich traditionsgemäß auch Bruder Barnabas alias Thomas "Jimmy" Gebhardt nicht, der seine Finger in lokalpolitische Wunden legte (siehe Zitate). Aber er blieb stets fair, zeigte sich als interessierter Beobachter und brachte seine Spitzen genau auf den Punkt. Viele Lacher und starker Beifall quittierten die Weltanschauung des Kolping-Vorsitzenden in der Mönchskutte.

Neben den ausgeteilten Nettigkeiten sorgten eine Tombola und ein weiterer Vorkampf zur 8. Stadtmeisterschaft im Fingerhakeln für Aufsehen. Sechs mutige Streiter stellten sich der Herausforderung. Nach finessenreich ausgetragenen Partien gab es Gutscheine für nahrhafte Preise. Die Siegerliste lautete (Seite ) : 1.Thomas Munker, 2. Pascal Fischer und 3. Günter Wonneberger. Doch über allem standen die Bockbiere der Brauerei Fuchsbeck (Bockbier, 7,0 % Alkohol und Primus-Weizenbock, 7,5 % Alkohol), deren erstes Fass Bürgermeister Michael Göth mit wenigen Schlägen, dafür aber mit Fontäne, anzapfte.

Bräu Armin Ertel war nicht persönlich anwesend, da er sich als frischgebackener Vater parallel um sein neugeborenes Söhnchen Paul, Nachwuchs-Bräu Luis und seine Frau Elke kümmern durfte. Wie aus dem Umfeld der Brauerei zu erfahren war, sei der Vorrat an Bockbier ausreichend bemessen, um locker bis zum Ende der Fastenzeit durchzuhalten. (Zitate)

Barnabas-ZitateFrüher erhielt man bei Machtübernahme Reichsapfel und Zepter, heute kriegt man das rote Telefon und den Atomkoffer. Wobei der Koffer, den sie Trump gegeben haben, nur eine Attrappe ist. Sie haben gar keine Atombombe mehr, sie schmeißen nur noch Humvees ab.

America first, was für ein Spruch! Das hat sogar die jungen Wilden der örtlichen CSU beflügelt. Su-Ro first!, fordern sie. Der Bart-Flo sollte sich da eines merken, dieser Übermacht an Heimatverbundenheit kannst du mit einem geistigen Furz nichts anhaben. Der einzige Vorteil von einem geistigen Furz ist, er stinkt nicht, aber er stinkt einem jeden.

Unter der Regentschaft von Bürgermeister Michael Göth wird hier in Sulzbach-Rosenberg ganz nach altrömischer Sitte für die Ewigkeit gebaut. Weitere Betonbunker zieren unsere Stadt. Der einst so wunderschöne Hofgarten erfährt eine ungeahnte Aufwertung. Befreit vom lästigen Grün schmiegt er sich wunderschön in das triste Ensemble.

Endlich soll hier wie seit Jahrhunderten wieder Metall geschmolzen werden. Aber da regt sich auf einmal Widerstand. In der Stadt soll ein Hochofen entstehen, mit Bleidampf die Altstadt eingenebelt werden. So nicht! Aber es schreien die am lautesten, die gar nicht wissen, wie schön es ist, den Ruß aus den Gärten zu kehren und von den Salatblättern zu wischen. Ja, die Stoderer sind halt nicht so ausgepicht wie wir Rosenberger.

Überhaupt die Bürgermeisterwahl. Das Wählen könnten wir uns eigentlich sparen. Wir könnten auf allen Mitgliederversammlungen der über 200 Vereine nebenbei per Akklamation den Michl wieder wählen, weil die anderen sowieso keinen Kandidaten aufstellen.

Unser Rosenberg wird ja aufgepeppt, dass es nur so kracht. In der Mitte haben wir jetzt einen Großparkplatz. Jetzt brauchen wir bloß noch ein RCC, ein Rosenberg City Center. Aus Beton natürlich! (oy)
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