"Tätärä Hahnbach": Volkstumsabend mit Birgländer Musikanten und der Sulzbacher Blasmusik im ...
Zwei Kapellen spielen wie aus einem Guss

Gut 50 Bairische, Landler, Dreher, Schottische und andere Tänze brachten das Publikum auf die Beine. Bild: mag
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
12.10.2017
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Sulzbach-Rosenberg/Hahnbach. Ein tanzbegeistertes Publikum genoss im Ritter-Saal in Hahnbach einen Volkstumsabend. Diesen bescherte ihnen die Veranstaltungsreihe "Einfach Zwiefach - einfach Bairisch". Mit von der Partie waren die Sulzbach-Rosenberger Heimat- und Trachtenvereine Birgland, Stamm sowie Erz- und Eisenwalzerboum.

Nach den ersten Stücken der Birgländer Musikanten und der Sulzbacher Blasmusik gingen die Vorsitzenden Christian Steger (Stamm) und Franz Niebler (Birgland) auf die bisherigen Stationen der Volkstumsreihe ein und warfen den Blick voraus. So wird am Freitag, 20. Oktober, um 19.30 Uhr der Bairische im Gasthof Alter Fritz in Haunritz eingehend geübt. Am Samstag, 25. November, folgt um 19.30 Uhr der Birgländer Kathreintanz im Wagnersaal in Großenfalz.

Franz Niebler erklärte den Begriff Bairischer, der für einen Rundtanz mit teilweise unregelmäßigem Wechseln von 3/4- und 2/4-Takt. Abgeleitet ist der Name von "bäuerlich", hat also mit dem Land Bayern nichts zu tun. Traditionelle Hochburgen des Tanzes sind die Oberpfalz und Niederbayern. Erstmals erwähnt ihn eine Urkunde aus dem 1730, die im Stadtarchiv von Amberg verwahrt wird. Außerdem taucht der Bairische auch im Gerichtsprotokoll des Hofmarktrichters 1780 in Wolfersdorf (Holledau) auf, der damals das "Zwyfach Danzen" als unsittlich einstufte und dafür Strafe androhte.

Einen erheblichen Anteil am Erhalt dieses Tanzes haben der frühere Volkstumspfleger Hanns Binder vom Heimatverein Birgland und der ehemalige Bezirksheimatpfleger Adolf Eichenseer aus Regensburg beigetragen. Mittlerweile ist der Bairische in nahezu ganz Bayern verbreitet, und seit Anfang 2017 wird er auch im Bundesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes von der Unesco als Volksgut geführt.

Anschließend erzählte Moderator Markus Stauber von teilweisen selbst erlebten Musikanten-Geschichten und stellte dann den ersten Tanzblock mit den Birgländer Musikanten vor. Hierbei waren bekannte Bairische wie der "Zungamichl", der "Vadrate", der "Schmiebou", "Baiere va da Hoi" und "Aaf da Kauerhiefern Höich" (aus der Feder von Hans Luber) mit dabei. Den zweiten Block eröffnete die Sulzbacher Blasmusik mit "Wer mir und meiner Schwoartzn wos tout", "Oichlbauer", Hoilöidl" "Staamauern" und "S' Eisenkeil- nest".

Bei dieser Premiere der zwei Kapellen zeigte sich die bodenständige Spielweise der Musikanten, die sich bei den einzelnen Stückln kaum unterscheiden. Nach weiteren Erzählungen aus dem Musikantenleben in früheren Zeiten durch Markus Stauber und insgesamt gut 50 Bairischen, Landlern, Drehern, Schottischen und so weiter klang der Abend mit "Tätärä Hahnbach" aus.
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