23.02.2017 - 20:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Vernissage im LCC Sulzbach-Rosenberg Dialog zwischen Oberpfalz und Allgäu

Ein Dialog ist eigentlich ein Zwiegespräch, eine Wechselrede. Dass so etwas auch zwischen Bildern möglich ist, beweist die Ausstellung "Dialog zwischen der Oberpfalz und dem Allgäu", die zur Zeit im LCC zu sehen ist.

Bei der Vernissage im LCC (von links): VHS-Leiter Manfred Lehner, Klaus Kiechle, Susanne Praetorius, Roman Friedrich, Maria Kiechle und Nora Matocza, die die Künstler vorstellte. Bild: wbe
von Brigitte WeiglProfil

(wbe) Bei der Vernissage freute sich Manfred Lehner, Leiter der Volkshochschule Amberg-Sulzbach, über die Eleganz und Harmonie der gezeigten Bilder. Vor allem bei Sonne und Licht entfalteten sie eine großartige Wirkung. Nora Matocza, Leiterin der Galerie im LCC und selbst freischaffende Künstlerin, stellte die Beteiligten vor.

Gruppe 81 vertreten

Da ist zunächst Roman Friedrich, der vielseitige Maler und Grafiker. Er ist auch Mitglied im Oberpfälzer Kunstverein und in der Gruppe 81. Seine Arbeiten sind teils abstrakt. Dazu zählen kraftvolle, ausgewogene Kompositionen in Acryl oder Porträts mit einem starken Hell-Dunkel-Kontrast und eleganten, sehr feinen Farbnuancen. Andere Arbeiten zeigen weite, stille und leicht verwunschene Landschaften. Zeichnungen - teils mit Blei-, teils mit Filzstift ausgeführt - heben die Plastizität, zum Beispiel von Felsen, hervor. Friedrichs abstrakte Materialkollagen haben eine kraftvolle Ausstrahlung.

Ein Großteil der Bilder sind Fotografien von Maria und Klaus Kiechle, dem Ehepaar aus dem Allgäu. "Wegen der ständigen Reizüberflutung haben es Fotos heute besonders schwer, das Auge des Betrachters zu fesseln", sagte Nora Matocza. "Aber Klaus Kiechle schafft das mit seinen Bildern." Größtenteils in schwarz-weiß, sehr atmosphärisch und meisterhaft in Szene gesetzt, zeige er ungewöhnliche Blicke und spannungsvolle Ausschnitte - einerseits in eher nüchterner Bildsprache, andererseits mit viel Geheimnis und Zauber. Eben das, was den Blick fessle. "Die ausdrucksstarken Nahaufnahmen von Kühen bringen einen direkt ein bisschen zum Lächeln."

Bäume mit Tattoos

Ein großes Thema Maria Kiechles sind die Köpfe von Schaufensterpuppen. Man staunt über die unterschiedlichen Stilrichtungen, die sich da offenbaren. Und auch die verschiedenen Stadien des Verfalls werden durch die Fotos gut in Szene gesetzt. Interessant sind auch die Einritzungen in Bäume, wo die Bildausschnitte noch ganz andere Gedanken wecken und man an Tattoos erinnert wird. Witzig sind die Szenen einer italienischen Hochzeit am Strand und einer Weihnachtsbescherung mit Massen von Geschenkpapier.

Geradezu begeistert schwärmte Nora Matocza von der Malerin Susanne Praetorius und deren perfekter fotorealistischer Technik. Bevorzugt dargestellt werden Spiegelungen, Wellen, Meeresboden, Schaum der Brandung, Wasserflächen - also alles, was mit Wasser zu tun hat. Und das mit perfekter Lichtführung und einer hervorragenden Wiedergabe der vielen unterschiedlichen Blau- und Grüntöne.

Hommage an einen Roman

Zum Teil werden Acryl, Aquarell und Bleistift in einem Bild vermischt. Öfter sind ihre Bilder aus mehreren Teilen zusammengesetzt, die über- und nebeneinander stehen, zum Beispiel die hinreißenden Kuscheltiere. Eindrucksvoll auch "Schiffbruch mit Tiger" - eine Hommage an den gleichnamigen Roman. Hier wird eine ganze Geschichte erzählt.

Zusammenfassend stellte Nora Matocza fest, dass es bei den hier vertretenen Künstlern um hohe Qualität und fachliches Können geht. Sie lud die Besucher ein, die Bilder zu betrachten und mit den Künstlern über ihre Arbeiten zu sprechen. Wer die Vernissage versäumt hat, kann die Ausstellung noch bis Samstag, 10. Juni, im LCC besuchen.

Den Dialog zwischen Oberpfalz und Allgäu ergänzte das Duo Petico mit argentinischen Klängen. Peter Schertl mit seinem Akkordeon und Klemens Gradl mit der Gitarre, zwei großartige Musiker aus Neukirchen, "umrahmten das Bild" dieser besonderen Vernissage.

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