Vorstand des Bundes Deutscher Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine tagt in Sulzbach-Rosenberg
Tradition und Einmischung

Kurt Wardenga (rechts) überreicht Bürgermeister Michael Göth einen "Hunt" aus Holz.
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
08.04.2018
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Der Vorstand im Bund Deutscher Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine tagt im Rathaus. Mit dabei sind auch Bundesvorsitzender Kurt Wardenga (vorne, Fünfter von links) und als "Quasi-Gastgeber" Landesverbandschef Armin Kraus (rechts). Bilder: ksa (2)

Bergwerke und Zechen schließen, der Steinkohleabbau geht 2018 zu Ende, und die Zukunft des Braunkohleabbaus ist in Frage gestellt. Doch die Arbeit des Bundes Deutscher Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine sowie der Landesverbände in der Traditionspflege wird nicht weniger. Dies zeigt die Bundesvorstands- und Bundesdelegiertenkonferenz im Rathaus ganz deutlich.

Auf Bundesebene wird in diesem Sinne der 13. Deutsche Bergmanns-, Hütten- und Knappentag, vorbereitet, der 2018 unter dem Motto "Tradition erhalten - Zukunft gestalten" in Essen und Bochum stattfindet. Thema war aber auch, ob die Pflege der Tradition ausreiche oder ob der Verband bei der Schließung von Betrieben sich nicht stärker als bisher zu Wort melden sollte. Aufgrund der häufigen Besuche gehöre man wahrscheinlich schon zum Inventar, gab Bundesvorsitzender Kurt Wardenga bei der Begrüßung von Bürgermeister Michael Göth im Rathaussaal schmunzelnd zum Besten. Grund für die Treffen auf europäischer Ebene in der Bergstadt sei, dass Sulzbach-Rosenberg der Mittelpunkt der Europäischen Union ist. Neben den Regularien, die bei der Bundesvorstandssitzung und der Delegiertenversammlung auf der Tagesordnung standen, hatten die Gäste, die aus allen Bundesländern kamen, bei einer Führung die Möglichkeit, die Sehenswürdigkeiten der Stadt kennenzulernen und sich bei einem bergmännischen Abend in gemütlicher Runde auszutauschen. Umfangreich informierte Michael Göth über die Geschichte der Stadt, die Umstrukturierung nach dem Ende der Maxhütte, die Traditionspflege und künftige Aufgaben.

Wichtige Unterstützung

Den Bericht Kurt Wardengas, der die Termine, die Teilnahme an Jubiläumsveranstaltungen und das Engagement auf internationaler Bühne Revue passieren ließ, ergänzten die Ausführungen der Landesverbände. Dabei wurde die Vielfalt der Aktivitäten für den Erhalt des Bergbaus und die Erinnerungskultur deutlich. Ohne Unterstützung der IG Bergbau Chemie Energie als politischer Arm wird auch künftig vieles nicht möglich sein. Aber der Hauptvorstand der IG BCE sicherte zu, auch in den nächsten Jahren die wichtige Tätigkeit des Bundes finanziell zu unterstützen, informierte stellvertretender Bundesvorsitzender Bernd Stahl.

Bergmännischer AbendDer Landesverband habe gerne die Aufgabe übernommen, die organisatorischen Voraussetzungen für die Bundesvorstandssitzung, die Bundesdelegiertenversammlung und den bergmännischen Abend im Gasthof Zum Bartl zu organisieren, schilderte der Landesvorsitzende Armin Kraus bei der Begrüßung der Gäste, die aus dem ganzen Bundesgebiet angereist waren. Respekt vor der hervorragenden musikalischen Leistung der städtischen Bergknappenkapelle zollte der SPD-Landtagsabgeordnete Reinhold Strobl, der die Bedeutung des Bergbaues und der Stahlerzeugung in der Region hervorhob. Es sei wichtig, dass diese Tradition auch heute am Leben erhalten werde. Deshalb wäre es positiv, wenn die Hochofenplaza bei der ehemaligen Maxhütte erhalten würde. Die stolze Bescheidenheit der Bergmänner, die während und nach der Arbeit das Miteinander in den Vordergrund gestellt haben, sollte als Vorbild für das gesellschaftliche Leben gelten, forderte der stellvertretende Landrat Hans Kummert: "Das Gute bewahren, das Schlechte künftig verhindern."

Die Devise "Zukunft braucht Herkunft" könne man bei der Traditionspflege umdrehen, um an die Vergangenheit zu erinnern, mahnte 2. Bürgermeister Günter Koller an. Mindestens ein bis zwei Mal kann der Bund Deutscher Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine in Sulzbach-Rosenberg die Gastfreundschaft genießen, konstatierte der Bundesvorsitzende Kurt Wardenga. Deshalb sei der Eindruck nicht von der Hand zu weisen, dass man in der Berg- und Stahlstadt, in der sich die Bergleute wohlfühlen, praktisch zu Hause sei.
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