21.03.2018 - 20:00 Uhr
Sulzbach-Rosenberg

Wanderausstellung im LAndkreis-Kulturzentrum eröffnet Fluchtgeschichten in der Bibel

Das 20. Jahrhundert nennen manche das Jahrhundert der Flüchtlinge. Doch die Zahl der Menschen, die wegen Krieg, Gewalt und Hunger ihre Heimat verlassen müssen, scheint noch zu steigen. Fluchtgeschichten greifen aber noch viel weiter in die Vergangenheit zurück.

Diplom-Theologin Beate Eichinger eröffnete die Wanderausstellung im LCC.
von Brigitte WeiglProfil

Die Wanderausstellung "Gott liebt die Fremden - Biblische Herausforderungen" erinnert in zwölf Tafeln an prominente biblische Fremde von Abraham und Sara bis hin zu Maria, Josef und Jesus als Flüchtlingsfamilie. Die Ausstellung wurde von der österreichischen Bibelgesellschaft als Grundlage der Flüchtlingshilfe entwickelt. Die Volkshochschule im Landkreis Amberg-Sulzbach holte sie in Kooperation mit der Katholischen Erwachsenenbildung in die Region.

Diplom-Theologin Beate Eichinger aus Regensburg hielt im LCC den Einführungsvortrag, der passender Weise in den Zeitraum der internationalen Wochen gegen Rassismus fiel. Landrat Richard Reisinger erinnerte daran, dass das LCC als Bildungs- und Integrationsstätte der ideale Ort für diese Ausstellung sei.

Auf großformatigen, schlichten Bildern werden teilweise nur Gesichtsausschnitte prominenter Personen aus dem Alten Testament gezeigt, um anhand dieser Einzelschicksale den Betrachter zu sensibilisieren und emotional anzurühren. Die Texte dazu gibt es in deutscher und englischer Sprache.

Weitere Stellwände beziehen sich auf die biblischen Gebote zum Schutz von Ausländern, die ihre Gültigkeit und Aktualität nicht verloren haben. Hier geht es um die rechtliche Gleichstellung der Fremden, Gottes Zuwendung zu den Schwachen - also auch zu den Ausländern - sowie Integration und das Wissen um die eigene Fremdheit in der Welt. Gott will das Heil für alle Menschen, egal welcher Religion sie angehören.

Die Tafeln 10 bis 12 schlagen eine Brücke ins heute. Eichinger betonte, dass das Revolutionäre am biblischen Umgang mit Flüchtlingen nicht die Aufforderung zum Almosen geben bedeutet, sondern tief empfundene Solidarität und gleiches Recht für Einheimische und Fremde - ein hoher Anspruch der Gleichberechtigung. Sie wünschte, dass den Sulzbach-Rosenbergern ihr Umgang mit den Fremden zum Segen werde, denn Gastfreundschaft bringe Segen, auch für den Gastgeber.

Christian Irlbacher von der KEB dankte der Referentin für die Vorstellung der Bildtafeln, die noch vier Wochen im LCC ausgestellt sind und möglichst vielen Besuchern Anlass für Gespräche und Begegnungen bieten sollen. Für die musikalische Umrahmung sorgte das Saxofon-Quartett der Berufsfachschule für Musik Sulzbach-Rosenberg unter Leitung von Johannes Neuner.

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