Weihnachtskonzert des Herzog-Christian-August-Gymnasiums (HCA) in der Christuskirche
Abend voller Farbe und Genuss

Der Chorgesang ist eine Spezialität des HCA-Gymnasiums und beeindruckte die Zuhörer auch heuer wieder. Bilder: hfz (2)
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
24.12.2016
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Auch an den Instrumenten zeigten die Schüler ihr großes Können.

"Ja, ist denn schon Weihnachten?", wird sich mancher gedacht haben, der zum Weihnachtskonzert des Herzog-Christian-August-Gymnasiums (HCA) in die Christuskirche ging. So voll wie sonst nur am Heiligen Abend war das Gotteshaus.

(gac) "Leider sind diese letzten Tage im Advent nicht so hell, wie wir es gerne hätten", stellte Oberstudiendirektor Dieter Meyer fest. Zunächst spielte "Im Blech nichts Neues" von der Empore das traditionelle "Veni, Veni, Emmanuel".

Unisono, dann im feierlichen modernen Chorsatz klangen Trompeten, Hörner, Posaunen und Tuba berückend in der völlig dunklen Kirche. Der stark besetzte Unterstufenchor (38 Stimmen) stand schon bereit und erfreute bei dem Spiritual "Go, Tell it on the Mountain" mit sauberem Unisono-Gesang.

Klangfülle und Dynamik

Beeindruckend war Madeleine Siegerts reife Interpretation der Choral-Improvisation für romantische Orgel "Nun danket alle Gott" von Sigfried Karg-Elert. Siegert zeigte nicht nur Fingerfertigkeit, sondern nutzte die Klangfülle und Dynamik der großen Schmid-Weigle-Orgel voll aus.

Das Vokalensemble der Oberstufe - teilweise verstärkt durch den Lehrerchor - überzeugte durch präzise Mehrstimmigkeit und schöne Männerstimmen. Chorleiter Jan Roidl führte mit expressivem Dirigat, und der Chor folgte gut. Insbesondere bei dem venezolanischen Weihnachtslied "Adorar al Niño" überzeugten die Sänger mit lateinamerikanischem Rhythmusgefühl. Einen Höhepunkt schenkte den Zuhörern das HCA-Orchester mit der Titelmelodie des berühmten tschechischen Fernsehfilms "Drei Nüsse für Aschenbrödel". Leiterin Stefanie Rösch dirigierte mit großen, tanzenden Bewegungen, das Orchester war immer genau bei ihr. Trotz der für diese Musik nicht idealen Akustik der Christuskirche sah man die Bilder des Films vor dem geistigen Auge.

Während das Orchester den Altarraum verließ, spielte im Gang das Streicherensemble einen zauberhaften modernen Satz des alten amerikanischen Folk-Songs "Black is the Colour of my true Love's Hair". Mit meisterhafter Intonation der schwierigen Harmonien setzten die Kammermusiker einen gelungenen Gegensatz zum großen Orchesterklang.

Enorme Entwicklung

Alle Schulchöre kämpfen mit dem Mangel an Männerstimmen, denn die stehen erst nach dem Stimmbruch zur Verfügung. Umso bemerkenswerter ist es, wie viele der älteren Schüler Chorleiter Roidl zum Mitsingen im HCA-Chor motiviert hat. Die Männerstimmen setzten sich trotz zahlenmäßigem Übergewicht der hohen Stimmen gut durch, bei "Hold back the River" machten sie die Beatbox und ersetzten so ein Schlagzeug. Auch die rhythmische Genauigkeit und die sauberen Harmonien belegten die enorme Entwicklung der Chorarbeit unter Roidl.

Eines der neuesten Kinder von Roidls Chorarbeit ist der Lehrerchor. Zu acht sangen die Lehrer "Es ist ein Ros entsprungen" in dem vierstimmigen Satz. Mit je zwei Sängern für jede Stimme war der Klang sehr ausgewogen und für den großen Kirchenraum völlig ausreichend. Den Schlusspunkt setzte die Big Band, die ihrem Namen wirklich alle Ehre machte und den Altarraum mit glänzendem Blech füllte.

Die Stücke "Come sail away" und "Don't stop believing" führten die verschiedenen Instrumentengruppen auch solistisch vor, so dass man die Klangfarben gut erleben konnte. Als Zugabe bot die Band ein fetziges Arrangement des französischen Weihnachtsklassikers "Les Anges dans nos campagnes".

200 Aktive

Zum Abschied holte Schulleiter Meyer noch einmal alle Mitwirkenden in den Altarraum. "Einschließlich der Technik haben heute fast 200 Schüler mitgewirkt - ein knappes Drittel der Schülerschaft", konstatierte er und dankte den Musiklehrern Rösch und Roidl für ihre erfolgreiche Arbeit. Viele Besucher ließen den Abend bei Glühwein und Plätzchen vom Elternbeirat ausklingen.
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