02.09.2014 - 00:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

32 Buben und Mädchen reisen mit dem Stiber-Fähnlein in die Vergangenheit Anstrengender Tag im Mittelalter

Ritter, Hexen und Burgfräulein - das sind nur ein paar der Dinge, die mit den Begriff "Mittelalter" in Verbindung gebracht werden. Doch vieles ist auch romantisch verklärt oder einfach falsch dargestellt. Um den Kindern die Geschichte näher zu bringen und so manchen Irrtum richtig zu stellen, lud die historische Gruppe Stiber-Fähnlein zu einem Feriennachmittag voller Spiel und Spaß.

Die Hexe Esmeralda erklärt den Kindern die Bedeutung und Wirkung der verschiedenen Kräuter, damit sie sich auch die Richtigen für ihr Schutzbeutelchen auswählen. Bild: elr
von Autor ELRProfil

Es stand so einiges auf der Tagesordnung am Samstag. Die Stiber hatten nicht nur vieles für, sondern vor allem mit den Kindern geplant. Und die kamen zahlreich, insgesamt 32. Während die einen noch von ihren Eltern angemeldet wurden, vertrieb sich der Rest schon die Zeit mit verschiedenen Ballspielen, um sich besser kennenzulernen. Untermalt wurde das Ganze von zwei Spielleuten, einem Trommler und einem Dudelsack-Spieler. Diese hatten nicht nur Altertümliches im Gepäck, auch die berühmte Tetris-Musik war herauszuhören.

Sitten und Bräuche

Nachdem alle eingetroffen waren, erklärte "Tanja die Erzählende", wie der Tag ablaufen soll. Wer ein Ritter oder eine Hofdame werden möchte, müsse die Sitten einhalten. Das heiße, höflich zueinander sein, keine Schimpfwörter benutzen und sich bei Tisch zu benehmen. Um die Einhaltung kümmerten sich die Ritter, die für diejenigen, die gegen die Regeln verstießen, eine Schandgeige oder bei schweren Fällen sogar ein Richtschwert bereit hielten.

Nach der Einführung wartete erst einmal eine Erfrischung: Edelstes Quellwasser und Schorle standen in Tonkrügen für die Teilnehmer bereit. Währenddessen erklärte Diepold von Eich, was es mit der Heraldik, der Wappenkunde, auf sich hat. Diese beschäftigt sich mit dem Aufbau von Wappen, deren Bedeutung und den einzelnen Teile und Symbolen. Ausgerüstet mit Papier, Buntstiften und ihrem neuen Wissen, durften die Kinder ihre eigenen Wappen gestalten. Diese wurden mit Namen versehen, eingeschweißt und auf eine Wäscheklammer geklebt. So hatte jeder Recke und jede Maid ein ganz persönliches Namensschild.

Kräuterkunde

Mystisch wurde es mit der Hexe. Zu allererst stellte sie klar, das sie keine böse Hexe ist, sondern eine Kräuterfrau, die mit Hilfe ihres Wissens über so manches Kraut Krankheiten und Wunden heilen kann. Kräuter wurden aber nicht nur zu medizinischen Zwecken genutzt.

Andere Wirkungen, wie die Fähigkeiten Dämonen und Geister zu vertreiben oder das Glück und die Liebe zu unterstützen, wurden ihnen nachgesagt. Um das für sich nutzen zu können, bekam jedes Kind ein kleines Beutelchen, in das ganz nach den eigenen Wünschen die verschiedenen Kräuter gefüllt werden konnten. Am Ende erhielt jeder noch einen Glücksstein, um das Schutzbeutelchen zu komplettieren.

Uraltes Handwerk

Auf diese Weise gut geschützt war die anschließende Wanderung natürlich kein Problem. Angeführt von den erfahrenen Rittern und begleitet von den Spielleuten zogen alle los zur Fürstenquelle. In der Zwischenzeit setzten die Mägde das Abendessen auf. In einem riesigen Topf bereiteten sie es über dem Feuer zu.

Schon von Weitem konnte man die Rückkehr der Wanderer hören und sie brachten Hunger mit. Für das Abendessen war es allerdings noch zu früh. Warten musste dennoch keiner, denn es gab Stockbrot. Während sich die Kinder begeistert um die Feuerstelle drängten, bereiteten die Stiber alles für die anstehenden Workshops vor. Und da war wirklich für jeden etwas dabei. Die Jungs stürzten sich auf die Schmiede, während sich die Mädchen lieber die Haare künstlerisch flechten ließen.

Doch auch handwerklich war einiges geboten: In der einen Ecke wurde Seife hergestellt, in der anderen konnte man Medaillons aus Ton oder dekorative Filzkugeln machen. Die entstandenen Produkte durfte jeder mit nach Hause nehmen.

Nach so viel Arbeit waren alle hungrig, und das Abendessen wurde aufgetischt. Es gab Eintopf mit Würstchen und Hirsebrei. Als die Eltern eintrafen, wurden sie von ihren Schützlingen mit einen mittelalterlichen Tanz überrascht, den die Kinder einstudiert hatten. Zum Abschluss des Abends zeigte die Feuergruppe der Stiber ihr Können und veranstaltete für Eltern und Kinder eine Feuershow.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.