4950-Euro-Gutschrift macht Sparkassen-Kunden hellhörig - Internet-Gangster unterwegs
Gierige Gäste im Online-Konto

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
18.04.2013
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Wahrscheinlich warteten die Betrüger schon irgendwo in einem finsteren Winkel der virtuellen Welt mit nervösem Zeigefinger an der Computermaus darauf, dass der 56-Jährige Angestellte aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach beim Internetbanking den angeblich "irrtümlich" auf sein Konto überwiesenen Geldbetrag wieder zurück transferiert.

Verdacht geschöpft

Denn dann hätten sie gnadenlos zugeschlagen, hätten die von der Sparkasse übermittelte Handy-Transaktionsnummer abgefangen und mit ergaunerter Pin-Nummer das Konto in aller Seelenruhe bis zur Ausschöpfung des Dispo-Kreditrahmens in fünfstelliger Höhe abgeräumt.

Doch da blieb ihnen der Schnabel sauber. Denn das auserkorene Opfer, das von seinem Arbeitsplatz in Sulzbach-Rosenberg aus vergangene Woche nur mal kurz online sein Konto checken wollte, schöpfte gleich Verdacht, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zugehen würde. Wer wird nicht hellhörig, wenn ihm ein Telekommunikationsunternehmen, bei dem er selbst nicht einmal Kunde ist, den stolzen Betrag von 4950 Euro aufs Konto überweist.

"Versehentlich überwiesen"

Auf den zweiten Blick erwies sich der überraschende Geldsegen aber als gefährliche Fata Morgana. Denn im oberen Teil der angeblichen Sparkassen-Internetseite war folgender Hinweis platziert: "Sehr geehrter Kunde. Am 11.4.2013 wurde auf Ihr Konto eine Summe von 4950 Euro gutgeschrieben. Laut unseren Informationen wurde das Geld versehentlich auf Ihr Konto überwiesen." Aus der Traum von der "schnellen Kohle". Um das Malheur wieder auszubügeln, sollte der Sparkassen-Kunde per Mausklick das Geld einfach wieder zurückgeben.

Anstatt aber den Betrügern damit endgültig Tür und Tor zum Konto zu öffnen, setzte sich der 56-Jährige umgehend mit der Sparkassen-Zentrale in Amberg in Verbindung. Dort wurde der Vorgang schnell als Phishing-Attacke entlarvt. In der nächsten Minute war das Konto bereits gesperrt, so dass kein weiterer Schaden angerichtet werden konnte.

In diesem Falle gingen die Täter ganz gerissen vor. Denn während der Kunde an seinem PC eine täuschend echt aussehende Sparkassen-Internetseite vor sich hatte, bei der alle bisherigen Kontobewegungen - außer der ominösen Aufbuchung - mit den tatsächlichen Buchungen übereinstimmten, sahen die Sparkassen-Spezialisten, die zeitgleich ins Konto Einblick nahmen, nur die "echten" Vorgänge. Folglich mussten sich die Internetbetrüger mit zuvor ausgespähten Kontodetails direkt auf den PC ihres Opfers eingeloggt und eine gefälschte Seite vorgeschaltet haben.

Anzeige erstattet

Hätte der Mann, ehrlicher Bürger wie er ist, arglos das zu viel überwiesene Geld zurückgegeben, wäre er um einen Batzen ärmer gewesen. Dass er sich nun als Opfer eines versuchten Betruges sieht und bei der Polizei Anzeige erstattete, dürfte die Internet-Gangster wenig schocken. Denn möglicherweise haben sie ja schon den nächsten Fisch an der Angel.
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