Abschluss der Schlackenberg-Sanierung nach fünf Jahren - Infozentrum an Fuß und Gipfel
Problembereich positiv gelöst

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
30.04.2013
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"Auf die Pilger der Staatsregierung übt er jedenfalls schon große Anziehungskraft aus!" Landrat Richard Reisinger stellte den Schlackenberg augenzwinkernd schon mal in die Reihe der Bergtraditionen des Landkreises. Minister Marcel Huber zeigte sich tief beeindruckt, die Regierungspräsidentin sprach von einem "guten Tag" für Sulzbach-Rosenberg: Die Schlackenberg-Sanierung ist nach fünf Jahren abgeschlossen.

Zur Eröffnung der Infozentren am Fuße und auf dem Gipfel der über 100 Jahre alten Deponie fand sich eine illustre Gästeschar ein: Die Baudienststelle hatte eingeladen zum erfolgreichen Abschluss der Sanierung des Schlackenberges. Regierungspräsidentin Brigitta Brunner erinnerte an die Abschnitte der umfangreichen Arbeiten, bei denen insgesamt unvorstellbare 850 000 Kubikmeter Material bewegt wurden. "Vergessen Sie aber nie, dass wir es immer noch mit einer Deponie zu tun haben!".

Bayerns Umweltminister Dr. Marcel Huber bekräftigte, dass Bayern als ehemaliger Teilhaber der Maxhütte sich in der Pflicht gesehen habe, die Sanierung anzugehen. Innovative Technik kam zum Einsatz bei dem anspruchsvollen Großprojekt auf 38 Hektar, rund 200 Bohrlöcher in Schrägbohrtechnik sorgten für den Abfluss des im Berg stellenweise gespeicherten Öls.

Nachfolgenutzung

Auch das staatliche Konjunkturpaket habe seinerzeit geholfen, die kulturelle Seite finanziell zu realisieren. Jetzt trete die Sanierung in die Stilllegungsphase, trotzdem habe der Freistaat noch 30 Jahre Nachsorgepflicht. Die Nachfolgenutzung sah Marcel Huber in drei Punkten gegeben: kulturell, touristisch und energetisch. Letzteres könne sich darstellen durch eine Photovoltaik-Anlage auf der Südseite des Berges (siehe nebenstehenden Artikel).
"Ich bin begeistert von der fachlichen Kunst", bekundete der Minister und dankte neben Lenkungsgruppe, Baudienststelle und Planern auch den ausführenden Firmen. "Sie haben einen Problembereich zum positiven Ergebnis geführt!"

Finanzieller Kraftakt

Landrat Richard Reisinger sah künftig die ausgeprägte Kreativität der Einheimischen am Werke. "Der Schlackenberg wird von Bratwürsten und Kirwan nicht dauerhaft zu verschonen sein", meinte er schmunzelnd. Er dankte dem Freistaat für den finanziellen Kraftakt, der die Region enorm entlastet habe. Besonders freue ihn, so Reisinger zum Minister, dass auch für die Bodensanierung der alten Maxhütte eine finanzielle Absicherung zugesagt sei. "Möge der Berg zum lebendigen Zeugnis der Montangeschichte werden!"

Nur Annaberg ist höher

Dem Dank schloss sich Michael Göth gerne an: Der Bürgermeister würdigte den Einsatz von Marcel Huber und Brigitta Brunner, das viele Geld sei wirklich gut investiert. Das neue Profil des Berges passe sehr gut ins Stadtbild, aber immerhin sei der Annaberg mit 501 Meter über dem Meer noch ein bisschen höher als der Schlackenberg mit 479 Metern.

Christian Götz von der Baudienststelle ließ die Sanierungsgeschichte Revue passieren, dann begaben sich die Gäste per Bus zum Gipfel, um das zweite Info-Gebäude offiziell in Betrieb zu nehmen. Dort erklären Schautafeln und Modelle die Montangeschichte und Entstehung des Berges seit 1893. (Siehe auch Seite 3)
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