11.10.2012 - 00:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Angeklagter (51) bestreitet diesen Vorwurf massiv - Zeuge kommt nicht: Gericht setzt weiteren ... Kinder in der Wohnung sexuell missbraucht?

von Autor HWOProfil

Der 51-Jährige steckt bis zum Hals in Schwierigkeiten. Schon seit Jahren ist er dem Alkohol verfallen. Jetzt wirft ihm Staatsanwältin Michaela Frauendorfer vor, in seiner Wohnung zwei Kinder sexuell missbraucht zu haben. Der Beschuldigte wittert ein Komplott, weist jeglichen Verdacht von sich und versichert: "Das habe ich niemals getan."

Der Friede in dem Haus, das sich in einem Dorf nördlich von Amberg befindet, war seit Jahren gestört. Zwischen dem allein lebenden 51-Jährigen und seinen Nachbarn gab es Streit. Das führte dazu, dass das Familienoberhaupt der Nachbarn eine Bierflasche auf dem Kopf des 51-Jährigen zerschlug. Nicht nur das. Der jetzt wegen eines Sexualdelikts auf der Anklagebank sitzende Mann listete vor Richterin Jacqueline Sachse auf: "Reifen zerstochen, Strom abgedreht, Polizei wegen nicht stattgefundener Ruhestörung geholt." Außerdem erfuhr die Vorsitzende: "Ich hatte und habe Angst. Die wollen mich systematisch fertigmachen." Die Leute leben allerdings längst nicht mehr in dem Anwesen.

Nicht jugendfreier Film

Zählt das, was jetzt zur Debatte steht, auch zu den vom Angeklagten geschilderten Attacken gegen seine Person? Er habe den damals 12-jährigen Sohn und ein 13 Jahre altes Mädchen, das den Buben besuchte, in seine Wohnung gelockt, beiden einen Pornofilm vorgespielt und dazu animiert, an ihm sexuelle Handlungen vorzunehmen, behauptet die Staatsanwältin Michaela Frauendorfer in ihrer Anklageschrift. Sexuelle Handlungen? "Alles frei erfunden", vertrat der 51-Jährige im Prozess seinen Standpunkt mit Nachdruck.

"Wie also war es?", bohrte die Richterin nach und erfuhr, dass tatsächlich ein nicht jugendfreier Film abgespielt wurde. Er selbst, so der Beschuldigte, sei zu diesem Zeitpunkt im Badezimmer gewesen, als plötzlich die beiden Kinder seine Wohnung betreten hätten. Wie? "Der Schlüssel steckte." Und anschließend? "Ich bin sofort aus dem Bad raus und habe den Film abgedreht." Weiter nichts? "Nein, dann ist weiter nichts gewesen." Im Übrigen wären der Junge und das Mädchen öfter mal zu ihm gekommen.
Dem heute 14 Jahre alten Mädchen blieb die Vernehmung nicht erspart. Dabei wurde alles so geschildert, wie es die Staatsanwältin bereits in ihren Akten hatte. Danach hätte der Junge gehört werden sollen. Doch er kam, trotz erfolgter Vorladung, nicht. "Wir müssen aber erfahren, was er zu sagen hat", sagte Verteidiger Jürgen Mühl. Deshalb wurde ein zweiter Prozesstag angesetzt, zu dem der Bub erscheinen muss.

Schweres Alkoholproblem

"Wollen Sie nicht jetzt schon ein Geständnis ablegen und ihm das ersparen?", fragte die Staatsanwältin. Der 51-Jährige blieb dabei: "Ich war das nicht. Die wollen mich fertigmachen." Zuvor hatte ihm der Psychiater Dr. Thomas Lippert ein schweres Alkoholproblem attestiert. Zur Frage, ob man dem Mann die Vorwürfe zutrauen könne, wollte sich Lippert nicht äußern.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.