Auftakt der SRZ-Frühjahrsaktion: Arthur Wiesmet gibt Tipps für Pflanzen und Böden
Konsequent zum Traum-Garten

In seinem Garten in Stifterslohe klärte Arthur Wiesmet die zahlreichen Gäste über die Geheimrezepte auf. Bild: hka
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
06.05.2013
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Der Rundgang in einem außergewöhnlichen Garten als Auftaktveranstaltung der Frühjahrsaktion der Sulzbach-Rosenberger Zeitung - das war ganz nach dem Geschmack der SRZ-Leser. Arthur Wiesmet, Fachberater für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt, hatte sich als Führer durch seinen eigenen Garten in Stifterslohe dafür zur Verfügung gestellt.

Er zeigte eine Fülle von Frühjahrsblühern, seine gesamte Gartenanlage und gab vieles aus seinem reichen Wissens- und Erfahrungsschatz an die interessierten Besucher weiter.

Keine Hecke, kein Gartenzaun und keine Gardinen an den Fenstern, Arthur Wismeth und seine Frau mögen es offen und haben auch nichts dagegen, dass Besucher durch ihren Garten schlendern. Und das waren bei der Auftaktveranstaltung der SRZ-Frühjahrsaktion immerhin um die dreißig Frauen und Männer, offensichtlich samt und sonders Gartenbesitzer, begierig darauf, Neues zu sehen und zu erfahren.

Sie kamen voll und ganz auf ihre Kosten, denn dieser Garten am Rande des Sulzbach-Rosenberger Ortsteils Stifterslohe ist etwas ganz besonderes. Nicht nur jetzt, zur Zeit der Frühjahrsblüher, sondern den ganzen Sommer über. Natürlich ist Arthur Wiesmet vom Fach, kennt sich aus mit den richtigen Standorten, der jeweiligen Bodenbeschaffenheit und den Anforderungen, die die einzelnen Pflanzen stellen. Und trotzdem klingt die ganze Gartenkunst aus seinem Munde total einfach: "Nichts tun, einfach in Ruhe lassen". Im Garten der Wiesmets gibt es keinen Rasen. Dafür jede Menge Flächen, natürliche Felsen und Steingärten, auf und in denen die unterschiedlichsten Pflanzen blühen. Jetzt, Anfang Mai, sind Schneeglöckchen und Narzissen verblüht, aber es prangen Tulpen in allen Formen und Farben, Küchenschellen, Lenzrosen, Schachbrettblumen und vieles mehr.
Die Mahonie trägt ihre gelben Blüten, Buschwindröschen blühen weiß und blau, Ausgefallenes wie Weinbergtulpen oder Netzblattpfingstrose ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Im Kommen sind tausende von Funkien über den gesamten Garten verstreut, Phlox und Farne.

Es ist kein Humus zu sehen zwischen den einzelnen Pflanzen, nur üppiges Grün, durch das Wege aus Rindenmulch oder aus alten Pflastersteinen führen. Dreißig Jahre alt ist der Garten, erzählt Arthur Wiesmet, er wurde nicht geplant, wird spontan und kreativ gestaltet und verändert. Sein nimmermüdes Credo: nicht hacken, den Garten in Ruhe lassen. Aber sich immer fragen: "Nach welcher Pflanze ruft der Boden?" Dass die Blume sich wohlfühlt, ist ausschlaggebend für ihr Gedeihen. Vielfach gehe ihr Anspruch schon aus ihrem Namen hervor, wie Steppenkerze, Weinbergtulpe oder Waldmohn.

"Was erfriert, verdurstet oder verhungert, kommt raus, weil es fehl am Platz ist", erklärt der Gartenexperte. Dass auch er nicht frei von Fehlentscheidungen ist, zeigt sein kränkelnder Bambus, der demnächst entfernt wird. Und dass ein Garten wie dieser nicht von allein entsteht, sondern teilweise durch viel Schotter als Untergrund, Drainagen, Humus, Mulchmaterial und mitunter auch teuer gekauften Pflanzen-Raritäten erst zum Paradiesgarten wird, verheimlicht Arthur Wismeth keineswegs.
Spezielle Tipps gab er an seine wissbegierigen Besucher weiter: Tulpenzwiebeln mindestens 25 cm tief in die Erde, Narzissen noch tiefer, Christrosen mit Kalk düngen, mulchen immer, da es den Boden in Ordnung bringt. Und dem Giersch den Krieg ansagen mit Konkurrenzpflanzen wie Akelei und Storchschnabel und rigorosem Ausgraben.

Ein Gartenthema ist für Blumen- und Pflanzenfreunde immer interessant, Arthur Wiesmet als der kritische Geist, der ausgemachte Gegner von "08/15-Gärten mit Korkenzieherhasel, Mandelbäumchen und Solarlampen", machte mit seinem Humor diesen abendlichen Rundgang durch seinen Garten zu einem Vergnügen. "Den Bildungsauftrag erfüllen" wollte er und, wie ihm seine Gäste mit Applaus bescheinigten, das ist ihm voll und ganz gelungen.
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