15.07.2013 - 00:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Bei Diebstählen ertappt und zugeschlagen - Auch nach 20 Vorstrafen wenig Reue und Einsicht Drei Jahre für einen brutalen Täter

von Autor HWOProfil

Der Mann muss als unbelehrbar eingestuft werden. Obwohl gerade erst 29 Jahre alt, hat er 20 Vorstrafen. Jetzt wandert der Übersiedler aus Sulzbach-Rosenberg für weitere drei Jahre hinter Gitter. Es schien ihm eher wenig auszumachen.

Um es vorwegzunehmen: Der Angeklagte, vorgeführt aus einem Gefängnis in Darmstadt, kam durchaus glimpflich davon. Denn was vor dem Amberger Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Markus Sand zur Debatte stand, waren zwei räuberische Diebstähle, bei denen sich die brutale Art des 29-Jährigen erneut offenbarte. Als er Beute machen wollte und ertappt wurde, setzte sich der Mann massiv zur Wehr und verletzte zwei Leute.

Mit einem Brechwerkzeug ausgerüstet, rückte der Übersiedler im November letzten Jahres zum Einbruch in Sulzbach-Rosenberg aus. Er knackte einen Kiosk und bediente sich mit Sachen, die dort herumlagen. Kaum hatte er seine Beute ausgesucht, kam der Besitzer des Kiosks hinzu. Er stellte den Dieb, bekam es mit heftiger Gegenwehr zu tun und wurde verletzt.

Opfer gibt auf

Vor dem Schöffengericht verdeutlichte sich jetzt, dass der in ein heftiges Gerangel verwickelte Ladenbesitzer sein Geschäft unterdessen aufgegeben hat. Dies geschah letztlich wegen der Begegnung mit dem Dieb, der brutal vorging.

Der zweite Fall, den Staatsanwalt Jan Gallert dem jungen Mann anlastete, geschah kurz nach Weihnachten in einem Sulzbach-Rosenberger Supermarkt. Dort wurde der Übersiedler von einem Ladendetektiv beim Diebstahl beobachtet und kurz darauf angesprochen.

Abermals ergab sich der Täter nicht kampflos. In Sekundenschnelle war ein heftiges Gerangel im Gang, bei dem der Detektiv Verletzungen erlitt. Später erkannte er seinen Widersacher auf einem Foto wieder.

"Stimmt das alles so?", wollte Richter Markus Sand wissen und erhielt, mit kleinen Einschränkungen, ein Geständnis. Dazu hatte Verteidiger Dr. Gunther Haberl (Schwandorf) seinem Mandanten geraten. Denn ansonsten wäre die Ahndung wohl wesentlich höher ausgefallen. Zumal es da Vorstrafen wegen räuberischer Erpressung, Körperverletzungen, Diebstählen und etlichen anderen Delikten gab.

Keine Therapie

Das alles, ließ der Beschuldigte im Prozess anklingen, sei wohl seiner seit vielen Jahren fortdauernden Drogensucht zuzuschreiben. Der Richter hakte nach, stellte die Frage nach einer Therapie in den Raum. Doch die mochte der 29-Jährige nicht machen. Denn momentan ist ihm eine Berufsausbildung im Darmstädter Gefängnis in Aussicht gestellt.

Aggressiv, brutal

Von Therapie war ab da nicht mehr die Rede. Staatsanwalt Jan Gallert hielt eine solche Maßnahme ohne Zutun des Angeklagten für sinnlos. Er rückte die Aggressivität und Brutalität des Beschuldigten in den Mittelpunkt, nannte den 29-Jährigen "einen Täter mit erheblich krimineller Vorgehensweise" und forderte dreieinhalb Jahre Haft. Mit zweieinhalb Jahren sei der Gerechtigkeit durchaus Genüge getan, konterte Verteidiger Haberl in seinem Plädoyer.

Das Schöffengericht verhängte drei Jahre. In dieser Zeit kann der Vater zweier Kinder im Gefängnis eine Berufsausbildung machen. Ob dieses Vorhaben tatsächlich über die Bühne geht, wird sich allerdings erst erweisen müssen.

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