06.02.2012 - 00:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Bei G.O.N.D. getrunken und zugeschlagen - Sechs Monate mit Bewährung für den Täter Schrille Musik und ein Hieb voll ins Gesicht

von Autor HWOProfil

Man nennt sie die "Größte Onkelz Nacht Deutschlands", kurz G.O.N.D. Seit 2009 rücken jährlich Abertausende von Fans der lauten und schrillen Musik nach Kreuth bei Rieden aus. Wenn sie nach einem durchzechten Wochenende wieder den Heimweg antreten, kommt es nicht selten vor, dass die Justiz nachjustieren muss.

Vor der Amberger Amtsrichterin Jacqueline Sachse saß ein 25-Jähriger mit gesenktem Haupt und leiser Stimme. Er war, diesmal zwangsläufig, innerhalb weniger Monate zum zweiten Mal in die Oberpfalz gereist. Erst zum G.O.N.D.-Festival, dann mit amtlicher Vorladung zu einem Verfahren wegen Körperverletzung. Dass Alkohol im Spiel war, musste eigentlich nicht weiter erwähnt werden. Denn zum musikalischen Trommelfeuer wird stets auch massenhaft getrunken. Oder in diesem Fall: Heftig gesoffen. Und zwar so lange, bis der Arzt kommen musste.

Kurz aber heftig

Den Unfallmediziner brauchte man, als der Mann aus Schrobenhausen mit satten drei Promille seinen plötzlich aufkeimenden Zorn nicht mehr im Griff hatte. Ein 19-Jähriger kam ihm mitten in der feuchtfröhlichen "Onkelz-Nacht" in die Quere, muss den volltrunkenen Freiluft-Biwakierer wohl etwas provoziert haben. Der in seiner Heimatstadt wegen Widerstands und Beamtenbeleidigung bereits bekannte Arbeitslose zog aus und schlug zu. Mitten ins Gesicht, ein Volltreffer mit heftigen Folgen.
Der Misshandelte brauchte nahezu fünf Monate, bis er sich von seinem Nasenbeinbruch erholt hatte, er laboriert auch heute noch an einem Gebissschaden. Das tue ihm arg leid, ließ der Täter anklingen und stellte in Aussicht, künftig nicht mehr mit Hieben vorzugehen. Der Staatsanwalt blickte ins Vorstrafenregister und stellte fest, dass gegen den Rock-Fan aus Schrobenhausen bisher keine Freiheitsstrafe verhängt worden war. Deshalb forderte er sechs Monate und legte dem Gericht nahe, das halbe Jahr zur Bewährung auszusetzen.

Die teure Rechnung

Die Vorsitzende schloss sich dieser Meinung an. Der 25-Jährige bekam sechs Monate, muss sie nicht absitzen und hat bei der nächsten Straftat zwingend damit zu rechnen, hinter Gitter zu wandern. Auf ihn kommen jetzt auch sämtliche Behandlungskosten des Opfers zu. Das dürfte eine gesalzene Rechnung werden.

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