09.06.2004 - 00:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Belagerung der Stadt im Landshuter Erbfolgekrieg 1504: Historisches Spiel zum Altstadtfest Amberger vor Sulzbachs Mauern

". . . 9000 Mann aus Böhmen und wohl 6000 Amberger Leut' wollten stürmen die Sulzbacher Mauern . . . der brave Stiber aber wollt' nit weichen und hat die Stadt wohl bewehrt . . ." Ein packendes Kapitel der Sulzbacher Stadtgeschichte wird heuer zum Altstadtfest aufgeschlagen: Das Stiberfähnlein schildert die Belagerung der Stadt im Landshuter Erbfolgekrieg im Rahmen eines farbenprächtigen Historischen Schauspiels auf der Schanz hinter dem Pflasterzollhaus.

von Rudolf Gebert Kontakt Profil

Exakt 500 Jahre nach dem damaligen blutigen Geschehen (die Belagerung Sulzbachs durch Amberger und deren Hilfstruppen aus Böhmen fand im Sommer 1504 statt) werden die Gegenspieler von einst wieder lebendig, stehen sich als Protagonisten einer spannenden Episode Heimatgeschichte wiederum die "Feinde" von Angesicht zu Angesicht gegenüber.

Seit Monaten strickt das Stiber-Fähnlein an diesem Festspiel, das nun zum diesjährigen Altstadtfest am 25. und 26. Juni aufgeführt wird. Die ersten Proben auf der Schanz sind schon gelaufen, die Regie hat der aus Sulzbach-Rosenberg stammende Regisseur Michael Ritz übernommen. Den Ambergern dürfte Ritz noch als Winterkönig Friedrich von der Pfalz aus dem Jahr 2003 in guter Erinnerung sein.

Das Stück stammt aus der Feder von Sepp Lösch, der im Spiel auch die Rolle des Sulzbacher Pflegers und Stadthauptmanns Albrecht Stiber übernimmt. Die Verknüpfung der einzelnen Szenen übernimmt als "Chronist Christoph Friermann" (Peter Schwemmer), der seine Sprecher-Texte selbst verfasst hat. Für Umsetzung und Spielablauf zeichnet Maria Faltenbacher verantwortlich.

Am Freitag "Vorspiel"

Das szenische Spiel aus dem Landshuter Erbfolgekrieg ist in zwei Teile gegliedert: Bereits am Freitag, 25. Juni, wird es nach der offiziellen Eröffnung des Altstadtfestes gegen 19 Uhr an der Schanz ein "Vorgeplänkel" geben.

Das Publikum wird dabei mit den verfeindeten Parteien und dem geschichtlichen Hintergrund vertraut gemacht, erlebt die Übergabe des Feindbriefes durch den Amberger Vicedomus Ludwig von Eyb an den Sulzbacher Pfleger und Stadthauptmann Albrecht Stiber mit und wird Augenzeuge der Vorbereitungen zur großen Belagerung und Abwehrschlacht auf beiden Seiten.

Am Samstag, 26. 6., beginnt dann um 14 Uhr das etwa zweistündige Historische Spectaculum um die Belagerung Sulzbachs anno 1504. Dabei erleben die Zuschauer die direkte Konfrontation der Feindparteien, die vergeblichen Unterhandlungen, die stürmischen Angriffe auf die Stadt, die immer wieder zurückgeschlagen werden.

Ende mit Friedensmahl

Als schließlich nach Wochen des Kämpfens, in die sich auf Sulzbacher Seite auch Hilfstruppen aus Nürnberg eingeschaltet haben, Kaiser Maximilian mit einem großen Heer auf dem Weg nach Bayern ist, geben die pfälzischen Belagerer auf. Der "Krieg um Sulzbach" endet mit einem gemeinsamen fröhlichen Friedensmahl vor den Toren der Stadt (auch diese Begebenheit ist historisch verbürgt und wird nachgespielt).

Zehn sprechende Rollen und eine Vielzahl weiterer Darsteller, die kämpfende Truppen, Ratsherren, Bürger und Bauern usw. verkörpern, hauchen dem Spiel Leben ein. Der Eintritt ist frei, wer schnell ist, bekommt die besten Plätze. Für Freunde der Heimatgeschichte ist der "Landshuter Erbfolgekrieg" beim Altstadtfest 2004 in Sulzbach-Rosenberg ein Pflichttermin!

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