Brasilientag von "Mission Eine Welt"
Die Verfolgung dauert an

Bruno Ferreira vom Volk der Kaingang und Referentin Renate Gierus berichteten beim Brasilientag über die Unterdrückung. Bild: wia
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
22.04.2013
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Evangelische Christen aus ganz Bayern feierten mit brasilianischen Gästen den jährlichen Brasilientag. In Referaten und Arbeitsgruppen informierten sich die Teilnehmer über Geschichte, Kultur und Religion der Ureinwohner vom Volk der Kaingang. Darüber hinaus diskutierten sie über die Landkonflikte in Brasilien und darüber, wie sinnvolle Missionsarbeit in Brasilien heute aussehen kann.

Dekan Karlhermann Schötz erinnerte an die seit 37 Jahren bestehende Partnerschaft des Evangelisch-lutherischen Dekanates Sulzbach-Rosenberg mit dem Indianermissionsrat COMIN.

Dabei unterstützt das Dekanat die Gesundheitsförderung und die Erziehung von Ureinwohnern vom Volk der Kaingang im Süden Brasiliens. Schötz betonte, dass die Partnerschaft mit den Kaingang eine gleichberechtigte sei.

Bis heute diskriminiert

Gefördert würden daher auch gegenseitige Besuche, um die jeweils andere Kultur kennen zu lernen. Für Schötz geht es nach jahrhundertelanger Versklavung und Unterdrückung der Ureinwohner Brasiliens durch europäische Einwanderer auch um eine "Art Wiedergutmachung an den Kaingang".

Hauptreferent Bruno Ferreira vom Volk der Kaingang berichtete von der Unterdrückung und Versklavung der indigenen Bevölkerung Brasiliens durch die eingewanderten Europäer. Ihnen wurde ihr Land genommen, 90 von 180 Sprachen der Urvölker seien über die Jahrhunderte ausgerottet worden.
Bezweifelten anfangs die Kolonisatoren, dass die indigene Bevölkerung wirklich Menschen seien, so würden sie bis heute in den Schulbüchern Brasiliens als faule und primitive Indianer dargestellt. Hauptproblem sei bis heute, dass sie nicht genügend Land hätten, um als Bauern und Handwerker ihre traditionelle Lebensweise praktizieren zu können. Deshalb habe sich eine soziale Bewegung der indigenen Bevölkerung entwickelt, die zusammen mit Landlosen für ihre Rechte einträte.

Pfarrer Hans Zeller, Lateinamerikareferent des Zentrums für Partnerschaft "Mission Eine Welt" betonte, dass die Partnerschaften evangelischer Kirchengemeinden und Dekanate auf Gleichberechtigung beruhten.

Von Kultur lernen

So könnten bayerische Christen auch von der Kultur und Religiosität brasilianischer Christen und Ureinwohner lernen. Insbesondere das Leben der Kaingang im Einklang mit der Natur als Vorbild für uns könne helfen, die Schöpfung Gottes zu bewahren.
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