Breitenbrunn legt eine saubere Brauchtumsveranstaltung hin - Mit Spitzboum um den Baum
Regen trübt Kirwafreude kaum

Auf dem Marsch zum Kirwa-Höhepunkt begleiteten Bätzn, Fassl, Liesl und viele Schaulustige die Kirwaleit in Breitenbrunn. Bilder: rlö (3)
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
01.09.2014
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Der einzige, der da einknickte, war der Kirwabaum, aber dazu später. Allen Respekt aber vor den Breitenbrunner Kirwapaaren, die nun schon zum zweiten Mal in Folge dem Regen trotzten und ein sauberes Baumaustanzen hinlegten: Nach knapp einer halben Stunde Tanz- und Liedrunden rund um den Baum ermittelte der unbestechliche Wecker das diesjährige Oberkirwapaar. Maria Walentin (zum ersten Mal überhaupt dabei) und Maximilian Herrmann teilen sich diese Ehre, zu der nach der Ehrentanzrunde Bürgermeister Michael Göth gratulierte.

Nach einem rundum gelungenen und sehr gut besuchten Kirwasamstag schlich sich die Tristesse ein. Erst nur ein leises Tröpfeln, dann am Nachmittag stundenlang Dauerregen drehten das Kirwafreudenfeuer auf Sparflamme zurück. Dennoch ließen sich die Akteure nicht unterkriegen, und bei den Boum war auch der kleine Schock vom Samstagmittag längst wieder verdaut: Da nämlich erlitt der Kirwabaum beim Aufstellen, schon halb in der Höhe, einen Knax im oberen Drittel. Die Baumchirurgen mussten (erfolgreich) ran.

Mit Liesl und Bätzn

Am Sonntag freilich verschwendeten die jungen Akteure keinen Gedanken mehr daran. Die Moila fanden gastliche Mittagsaufnahme bei den Familien Eder, Sörgel und Meier, und die Boum rückten mit Kirwafassl, Liesl und Bätzn an, um ihre Tanzpartnerinnen einzusammeln. Den Takt dazu gaben die Kirchenreinbacher "Spitzboum" an, allesamt ausgefuchste Kirwamusikanten, die jedoch leider auch kein Mittel fanden, um die Regenwolken einfach weg zu blasen.

Nach etlichen Tanzrunden beim Anmarsch auf den Kirwaplatz, so auch vor der Mutzbauerschen Wirtshaustür, enterten die Paare unverdrossen das Podium, um ihre Würdenträger zu ermitteln. Da erklangen sie dann wieder, die überlieferten Bairischen, Landler und Schottischen, dazu die traditionellen G'sangln und Schlachtrufe.

Dem Kirwahimmel sei Dank, dass die Kirwaleit' in der Herzogstadt und im Gäu "rundumadum" auf solche Gecken wie Schuhplattln, Bandltanz und wer weiß was sonst noch verzichten. "Sondereinlagen" solcher Art haben einfach auf einer echten oberpfälzischen Brauchtumskirwa nichts verloren.

Jetzt Chefsache

Großes Hallo dann beim Weckerklingen, das Maria Walentin und Maximilian Herrmann zum diesjährigen Oberkirwapaar kürte, weil sie in diesem Moment gerade den Kirwa-Blumenbuschen in Händen hatten. Geadelt mit Schultertuch und Kirwakrügl, war für sie die Breitenbrunner Kirwa zur Chefsache erklärt.

Nach dem Austanzen ging es mit der Musi zunächst einmal zum Antrocknen (äußerlich gemeint) und Aufwärmen in die Wirtsstube. Dass dort die "Spitzboum" plötzlich das weihnachtliche "Ihr Kinderlein kommet" intonierten, ist hoffentlich nicht als böses Omen zu werten. Nicht dass es nächstes Jahr zum Austanzen "auf d' Letzt" noch schneit... Aber wie schon gesagt, die Kirwa-Akteure wie auch die Gäste ließen sich nix grausen, es fehlte ja sonst an nichts, was eine g'scheite Kirwa ausmacht. "Guat Essen und Trinken halt' Leib und Sell' z'samm", und dafür sorgten wie immer aufs Beste Küche und Ausschank des Hauses Mutzbauer. So hoffte denn alles auf einen wenigstens trockenen Kirwamontag.
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