Christoph Seidl über die Sehnsucht nach dem Sinn
Das Leben individuell gestalten

Dr. Christoph Seidl. Bild: hfz
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
22.04.2013
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Brechend voll war der Vortragssaal im katholischen Sozial- und Bildungszentrum beim Abend der katholischen Erwachsenenbildung und des Caritas-Verbandes. Als Referent war Seelsorger für Berufe im Gesundheits- und Sozialwesen des Bistums Regensburg, Dr. Christoph Seidl, nach Amberg gekommen.

Sein methodisch gut gestalteten Vortrag - es gab zwei Kurzfilme und Murmelgruppen - fesselte er die Zuhörer. "Sehnsucht nach Sinn - Spiritualität in Situationen von Krankheit und Sterben" war das nicht gerade leichte Thema, das vor allem Mitarbeiter in Pflegeberufen und Angehörige angezogen hatte.

Schon anfangs machte Seidl klar, dass es keine Fertigantworten auf das gestellte Thema nach dem Sinn von Leid gebe. Wohl gebe es aber tröstlichen Umgang und Beispielerzählungen aus dem Alten und Neuen Testament; zumindest diese: "Niemandem kann die Schuld an Krankheit und Sterben zugeschoben werden, auch Gott nicht", betonte Seidl. Breiten Raum in seinem Vortrag widmete der Referent auch Victor Frankl, dem Erfinder der Logotherapie (Heilung und Trost durch die Entdeckung von Sinn). Die Möglichkeit des Menschen zu einer eigenen Sinngebung, könne Größe und Halt geben.

Der Mensch könne seinem Leben und Schicksal eine individuelle Gestalt geben. In diesem Kontext zeigte Seidl den Kurzfilm "Meine alten Eltern - ein Vorbild?". Die Lebenszeit werde oft missverstanden. Der Mensch sehe nur das Stoppelfeld seiner Vergänglichkeit, nicht aber die volle Scheune der Vergänglichkeit.
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