23.10.2010 - 00:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

CSU-Mandatsträger aus der Region stellen sich der Diskussion zur Tagespolitik Basis fordert klare Positionen ein

Je später der Abend, desto deutlicher die Worte. Wer sich als CSU-Politiker momentan der Basis stellt, der muss damit rechnen, dass es mehr Kritik als Lob gibt. Dennoch hatte bei dem CSU-Diskussionsabend "jetzt red i" im Gasthaus Wagner-Sepp in Großenfalz kein Mandatsträger gekniffen.

von Autor SSIProfil

Auf Einladung der CSU Amberg-Sulzbach waren rund 80 Mitglieder gekommen und ohne langes Hin und Her machte Kreisvorsitzender Dr. Harald Schwartz das Motto des Abends deutlich: "Es soll diskutiert werden." Und das ließ sich die Basis nicht zwei Mal sagen. Warum soll der Mitgliedsbeitrag erhöht werden? Brauchen wir Fachkräfte aus dem Ausland? Wie kann die Politik Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern?

Die Diskutanten

Fragen über Fragen den sich der Kreisvorsitzende, Bundestagsabgeordnete Alois Karl, die beiden Landtagsabgeordneten Heinz Donhauser und Otto Zeitler, Landrat Richard Reisinger, Bezirksrat Alois Segerer und Sulzbach-Rosenbergs zweiter Bürgermeister Günter Koller stellen mussten. Und die waren teilweise ganz schön gefordert.

Die Befürchtungen

"Wenn die CSU so weitermacht wie jetzt, dann wenden sich die Menschen anderen Gruppierungen zu", machte ein Mitglied deutlich und forderte eine klare Linie der Verantwortlichen. Das ließen sich die Abgeordneten nicht zwei Mal sagen. So machte sich Zeitler in Sachen Zuwanderungspolitik für klare Regelungen stark: "Es macht keinen Sinn, irgendwelche Facharbeiter samt Familie nach Deutschland zu bringen, wenn wir selbst genug Arbeitssuchende haben, die man qualifizieren könnte."
In die gleiche Kerbe schlug Karl: "Jedes Jahr verlassen tausende gut ausgebildete junge Menschen Deutschland und gleichzeitig kommen tausende Zuwanderer zu uns, die sofort ins soziale Netz fallen. Das wird nicht mehr lange gut gehen." Auf eine Frage zu möglichem Sparpotenzial in der Politik wurde Medienrat Heinz Donhauser deutlich: "Der Bayerische Rundfunk bekommt jedes Jahr 1 Milliarde Euro an Rundfunkgebühren. Da muss man schon einmal fragen, ob es das braucht." Doch nicht auf jede der knapp 40 Fragen der Basis fanden die Politiker eine befriedigende Antwort. So forderten viele Mitglieder mehr Rückgrat in der Politik und eine personelle Neuausrichtung. "Niemandem passt die Lederhose von Franz Josef Strauß", stellte ein Anwesender fest. Außer dem Shooting-Star Karl-Theodor zu Guttenberg gebe es in der CSU kaum jemanden, auf den man große Hoffnungen setzen könnte.

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