24.09.2012 - 00:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Dem Sprinter-Fahrer ging es nicht schell genug Acht Wochen Haft für den "Stinkefinger"

von Autor HWOProfil

Die Strafe war hart, angesichts eines notorischen Verkehrssünders aber durchaus angebracht: Weil er zwei Polizeibeamten auf der A 6 aus dem Auto heraus den "Stinkefinger" zeigte, muss ein 45-jähriger Oberfranke acht Wochen ins Gefängnis.

Wer viel unterwegs ist, kennt das: Fahrer von Sprinter-Lieferwagen haben es eilig und wollen möglichst ungebremst ihre Tour hinter sich bringen. Mitunter aber müssen sie ausgebremst werden. Und zwar, wenn zur Raserei eine Beleidigung hinzu kommt: "Man muss sich schließlich nicht alles bieten lassen", sagte jetzt die Staatsanwältin und beschrieb einen Vorfall, der sich im April beim Parkplatz Laubenschlag zutrug.

Zwei Bundespolizeibeamte aus Schwandorf, als solche in ihrem Zivilfahrzeug nicht zu erkennen, waren unterwegs in Richtung der Anschlussstelle Amberg-Ost. Sie überholten einen Lastwagen, dann noch einen weiteren. Das schien dem Fahrer eines nachfolgenden Lieferwagens nicht rasch genug zu gehen. Nach einem der Überholvorgänge setzte er sich rechts neben den Wagen der Bundespolizei und zeigte beiden Insassen den Stinkefinger.
"Niemals", wehrte sich der aus Kronach stammende Beschuldigte und berichtete der Richterin Dr. Barbara Tutsch: "Ich habe lediglich mit der linken Hand eine Bewegung gemacht und damit die Frage angedeutet, was dies alles denn solle." Und außerdem: "Ich habe schon gemerkt, dass es Polizisten waren und mich von ihnen provoziert gefühlt." Doch davon konnte angesichts der Aussagen beider Polizeibeamter keine Rede sein. Unabhängig voneinander sagten sie: "Wir haben den Stinkefinger genau gesehen."

Was folgte, war fatal für den Vater dreier Kinder. Als die Richterin im Vorstrafenregister blätterte, stellte sie fest, dass da einer auf der Anklagebank saß, der mehrfach ohne Führerschein fuhr, auch schon wegen Trunkenheit geahndet worden war und unter zweifacher Bewährung stand. Trotz dieses stattlichen Registers sprach sich die Staatsanwältin für eine Geldstrafe von 2400 Euro aus.

Doch die Richterin schickte den Oberfranken für acht Wochen hinter Gitter. Irgendwann, so bemerkte Tutsch, sei das Maß voll.

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