21.08.2014 - 00:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Der Zahn der Zeit nagt eifrig am Beton: Stadt investiert langfristig in Brücken-Sanierung Bauwerke bröckeln überm Bach

"Über 40 Brücken musst du geh'n...", könnten die Mitarbeiter im Stadtbauamt in Anlehnung an Peter Maffay singen. Und das noch viele Jahre lang. Denn bis die Bauwerke über die Bäche im Stadtgebiet alle wieder auf dem technisch neuesten Stand sind, vergeht bestimmt noch viel Zeit. Diesen Sommer nahmen sich die Experten die Brücken in der Bahnhof- und der Frommstraße vor. Zwei Wasserdurchlässe werden noch folgen, erklärte die Stadtbaumeisterin.

In Seidersberg kommt auch die Erlbach-Brücke noch heuer an die Reihe: Sie kann die Sanierung gut gebrauchen. Bild: Gebhardt
von Redaktion OnetzProfil

"Damals war man halt noch nicht so weit mit der Beton-Technik": Angesichts der auftretenden Schäden an den städtischen Brücken sind sich Stadtbaumeisterin Petra Schöllhorn und Sachbearbeiter Roland Greipel einig. Vor vierzig, fünfzig Jahren kam neben Beton auch viel Maxhütten-Material zum Einsatz, noch bis in die 90er Jahre: Schlacke diente oft zum Verfüllen der Brückenwiderlager.

Schlacke teils wieder raus

Das rächt sich jetzt: In der Frommstraße zum Beispiel ist das Granulat über die Jahre stark aufgequollen. Es hat die Betonfertigteile, aus denen man seinerzeit kostengünstig die Brücke an der Einmündung Erzhausstraße über den Spitzerbach errichtete, verschoben bzw. angehoben. Deutliche Schäden an Fahrbahn und Gehsteig waren die Folge. Seit zwei Wochen ist die Baufirma Pichl aus Hiltersdorf im Verein mit den Betonsanierern Gietl aus Rötz hier am Werk: Die Fachleute legten sogenannte Entspannungsschlitze hinter den Brückenwiderlagern an, damit sich die Schlacke gefahrlos ausdehnen kann, ohne das Bauwerk zu beschädigen. Die in die Brücke eingelegten Leerrohre hatten zu wenig Beton über sich, Rostschäden und Aufbrüche waren die Folge.

Also sanieren die Firmen die Brückenkappen, die Asphaltfugen, erneuern die Fahrbahn und teils auch den Gehsteig samt Bordstein und Pflaster. Die Schlacke unter der Fahrbahn kam raus. "Bis zur Breitenbrunner Kirwa ist die Brücke wieder voll befahrbar", versprach uns Roland Greipel an der Baustelle. Rund 40 000 Euro hat die Stadt hier investiert.

Gegen Sickerwasser

Bereits fertiggestellt sind die Arbeiten an der Rosenbach-Brücke in der Bahnhofstraße. Ihr Natursteinbogen ist noch voll intakt, lediglich die später angefügte westliche Verbreiterung, die den Gehsteig trägt, brauchte eine Beton-Behandlung im Bereich der Widerlager und des Überbaus.

Ebenso machten sich die Arbeiter an die Sanierung des Geländer-Fußes, der Beton- und Asphalt-Fugen, der Fahrbahn (jetzt neu) und des Gehweges. Die Bordsteine sind jetzt befestigt, eine Drainage ist eingelegt und leitet Sickerwasser in den Bach ab. Rund 42 000 Euro steckte das Bauamt in diese Maßnahme.

Keine "dunklen Jahre"

Rund 250 000 Euro, erklärt die Stadtbaumeisterin abschließend, seien im städtischen Haushalt durchschnittlich jedes Jahr für Brücken-Unterhalt eingestellt, Neubauten natürlich ausgenommen. Jedes Jahr kommen einige Bauwerke an die Reihe, und hoffentlich bewahrheitet sich nicht die zweite Zeile aus dem eingangs erwähnten Lied: "...sieben dunkle Jahre übersteh'n". Brücken verbinden schließlich, und das sollen sie auch noch in einigen Jahrzehnten. Das Bauamt tut sein Bestes dazu.

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