20.08.2014 - 00:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Dialysepatient kritisiert Verhalten der Amberger AOK-Direktion - "Nur ein Kostenfaktor" "Menschlichkeit hat keinen Platz"

Bernhard Korn ist sauer. Der Auerbacher schimpft in Richtung Amberger AOK-Direktion: "Ihr habt mir klar und deutlich gezeigt, dass kranke Mitglieder eurer Kasse nur Kostenfaktoren sind und in eurer Geschäftsstelle die Menschlichkeit keinen Platz hat." Die harten Worte haben eine Vorgeschichte.

Bernhard Korn: Die Sachbearbeiter der AOK sollten sich immer ein Bild ihrer Mitglieder über all ihre Erkrankungen machen, bevor sie eine unmenschliche Entscheidung treffen.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Seit April 2012 ist Korn dialysepflichtig. Über zwei Jahre war der Rentner in Sulzbach-Rosenberg in Behandlung. Plötzlich hieß es aber, der 62-Jährige solle in die Dialysestation nach Pegnitz wechseln. Seit Juli dieses Jahres ist das auch der Fall. Laut Korn hätte er nur in Sulzbach-Rosenberg bleiben können, wenn er die Mehrkosten für die 15 Kilometer längere Strecke getragen hätte, was auch die AOK bestätigte: "Das ist mir aufgrund meiner geringen Erwerbsminderungsrente nicht möglich." Korn erklärt: "Während der gut zwei Jahre in Sulzbach-Rosenberg habe ich ein Vertrauensverhältnis mit den Ärzten und dem Pflegepersonal aufgebaut."

Mangelhafte Hygiene

In Pegnitz hingegen fühlt sich der Rentner nicht so wohl, bekräftigt er. Korn betont aber: "Das Personal gibt sich Mühe. Das kann ja nichts für die Situation." Dennoch bemängelt der 62-Jährige die Hygiene in Pegnitz. Handwerker kämen in sein Zimmer, in dem er eigentlich isoliert sein sollte, und wüschen sich die Hände und Schwestern würden keinen Kittel und Mundschutz tragen. Auch an der Kommunikation mangele es. Wenn das Essen serviert werde, läge jedes Mal eine Tablette dabei: "Ich habe aber keine Ahnung wofür die ist."

Der 62-Jährige legte Widerspruch gegen die Verlegung nach Pegnitz ein. Vergebens. In der Begründung der Ablehnung heißt es laut Korn: "Krankenkassen, Leistungserbringer und Versicherte haben darauf zu achten, dass die Leistungen wirksam, wirtschaftlich und nur im notwendigen Umfang in Anspruch genommen werden." Diese Aussage ärgert Korn. Die Kassen würden jedes Jahr Überschuss machen, jedoch bei den Kranken sparen. Der Auerbacher rät: "Die Sachbearbeiter der AOK sollten sich immer ein Bild ihrer Mitglieder über all ihre Erkrankungen machen, bevor sie eine unmenschliche Entscheidung treffen."

Insgesamt drei Fälle

Korn ärgert "die ganze Art wie das abgelaufen ist. Es ging alles ruck, zuck". Er sei nicht der einzige gewesen, berichtet der Lungen- und Nierenkranke. Er wüsste von drei anderen Patienten, die von Sulzbach-Rosenberg nach Pegnitz verlegt worden seien. Korn habe von der AOK die Auskunft bekommen, dass dies auf die Arbeit eines Controllers zurückgehe.

Die Versetzung von Sulzbach-Rosenberg nach Pegnitz ist nicht der einzige Kritikpunkt. Immer wenn etwas über die AOK-Direktion Amberg laufe, gäbe es Probleme, moniert Korn: "Egal, ob das eine Fahrt ist, die sie nicht zahlen wollen, oder eine Sauerstoffflasche, die sie ablehnen, obwohl sie mir in der Klinik in Donaustauf verordnet und von einem Amberger Lungenarzt empfohlen worden ist."

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