25.08.2006 - 00:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Die Rohbauarbeiten in der Kunst-Fischer-Gasse 17 sind bereits abgeschlossen. Denkmal-Sanierung schreitet voran

Mit Mauerung der letzten Fachwerkwand sind die Rohbauarbeiten in der Kunst-Fischer-Gasse 17 nahezu abgeschlossen. In Kürze wird dort mit den Heizungs-, Sanitär- und Elektroarbeiten begonnen. Die Kunst-Fischer-Gasse 17 ist eines der wertvollsten Baudenkmäler der Stadt. Die außerordentlich hohen Förderbeiträge lassen den hohen Rang des gotischen Palais in der bayerischen Denkmalpflege erkennen.

von Redaktion OnetzProfil

1. Bürgermeister Gerd Geismann spricht von einem Dreiklang aus Finanzierung, Sanierung und Verwendung. "Denkmalschutz wird dann richtig angewandt, wenn der Glücksfall einer Verwendung da ist. Und in Sulzbach haben alle diese Häuser eine Verwendung gefunden!"

Das Gebäude stammt aus dem 14. Jahrhundert. Damals ließ Landesherr Kaiser Karl IV. Sulzbach um die Neustadt erweitern. Das Gemäuer wurde als Nobelherberge für seine adeligen Ministerialen genutzt, die sich um seine Amtsgeschäfte kümmerten.

Irrtum Hundtsches Haus

Eine der beherbergten Familien waren die Egloffsteiner, deren Bärenkopf-Wappen noch bis vor einigen Jahren neben der Eingangstür prangte. Die Ähnlichkeit des Bären mit einem Hund nährte den Irrtum des "Hundtschen Hauses". Dieser Bärenstein wurde zusammen mit einem Textstein bereits an anderer Stelle neben der Tür wieder eingebaut. Um die Entzifferung des Textes kümmert sich zur Zeit Stadtheimatpfleger Markus Lommer.

Bei einer großzügigen Erweiterung 1469 wurde das Gebäude mit einer sehr formenreichen Fachwerk-Konstruktion aufgestockt. In späteren Zeiten fand es Verwendung als Armenhaus.

Der Grundsatzbeschluss zur Sanierung stammt bereits aus dem Jahr 2001. Doch erst mit dem Förderbescheid 2005 und der dadurch geklärten Finanzierung konnte mit den Bauarbeiten begonnen werden. Die Arbeit der Planungsgruppe Meiller, Dittmann und Partner war bereits vor Baubeginn komplett abgeschlossen.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf 1,2 Millionen Euro, die Eigenmittel der Stadt betragen 410 000 Euro. Gefördert wird das Projekt durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, die Städtebauförderung, die Bayerische Landesstiftung, den Bezirk Oberpfalz und die Stadt Sulzbach-Rosenberg.

Der Bestand an Bausubstanz im Hausinneren ist erhalten geblieben. Allerdings musste der Fachwerkgiebel aufgrund des Hausschwamms komplett saniert werden. Auch die Zimmer-, Holz- und Maurerarbeiten sind abgeschlossen. Bei den historischen Balken mussten lediglich die nicht mehr sanierbaren Stücke ersetzt werden. Das Mauerwerk außen wurde bereits "ausgezwickt" und erhielt auch schon die erste Lage Putz.

Stadtarchiv kommt

Nach der Fertigstellung des Gebäudes wird im Parterre sowie im Obergeschoss das Stadtarchiv angesiedelt. Das ehemalige Bürgerspital steht danach zur Vermietung frei. Das Foyer und die gotische Bohlenwandstube bieten Platz für Richard Bauers Bilder.

Bauer, Gründer des Ersten Bayerischen Schulmuseums, spendete der Stadt über 100 000 Euro für die Einrichtung der Richard-Bauer-Stiftung zum Erhalt und zur Sicherung seiner künstlerischen Werke und vermachte ihr nach seinem Tod sein gesamtes Lebenswerk.

Am Tag des offenen Denkmals 2007 soll das sanierte Gebäude zur Besichtigung geöffnet werden. Genau zwei Jahre ist es dann her, dass sich die Bürger ein Bild von der baufälligen Ruine machen konnten.

1. Bürgermeister Gerd Geismann spricht von personellen Synergieeffekten, die die neue räumliche Nähe von Stadtmuseum und Stadtarchiv mit sich bringt. Zusammen werden eine gemeinsame EDV-, Brandmelde- und Heizungsanlage genutzt. Außerdem wird ein Durchgang zwischen Museum und Archivgebäude entstehen. Beide Gebäude werden im Zuge der Neustadterneuerung durch Glasfaserkabel mit dem Rathaus und dem Haus für Bürgerdienste vernetzt. "Die Vernetzung ist der Beitrag der Stadt zur Altstadtsanierung", so Sulzbach-Rosenbergs Stadtoberhaupt.

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