15.07.2015 - 00:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

"Die reden dauernd dazwischen"

Geschossen wurde nicht an diesem Nachmittag im Schützenheim am Lindhofweg; allenfalls einmal mit einem kleinen Giftpfeil. Ansonsten gab es Urkunden und Rosen, denn die Frauen-Union Sulzbach-Rosenberg (FU) feierte ihre Jubilarinnen.

Lachende Gesichter bei der Frauen-Union mit ihrer Vorsitzenden Nicole Selendt, die Tochter Luisa auf dem Arm hält. Den Jubilarinnen gratulierten CSU-Vorsitzender Günter Koller (rechts), Bundestagsabgeordnete Barbara Lanzinger (Dritte von rechts) und die frühere FU-Kreisvorsitzende Brigitte Trummer (Fünfte von links). Bild: hka
von Helga KammProfil

Die kleinen Giftpfeile holte die Gastrednerin aus dem Köcher. Die FU-Bezirksvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Barbara Lanzinger berichtete aus ihrem politischen Alltag in Berlin. Und es blieb nicht aus, dass da ein wenig geschossen wurde - gegen Brüssel, die Linke und die Koalitionskollegin aus dem Familienministerium. Freundliche Worte dagegen galten den 13 Jubilarinnen, die zwischen 15 und 40 Jahren der örtlichen Frauen-Union der CSU angehören.

Mitgestalten und mitreden

"Eine Mischung aus gesellschaftlichem Engagement und politischem Mitreden", definierte die Vorsitzende Nicole Selendt die Frauen-Union. Sie dankte den Mitgliedern, die viele Jahre "mitgestaltet und mitgeredet" haben, seit vor 42 Jahren der Ortsverband in Sulzbach-Rosenberg ins Leben gerufen worden ist.

Grüße und Dankesworte überbrachten auch 2. Bürgermeister Günter Koller sowie die frühere FU-Kreisvorsitzende Brigitte Trummer.

"CSU hat dazug'lernt"

Dass Nicole Selendt vor zwei Wochen ihre zweite Tochter Anna zur Welt gebracht hat, war Barbara Lanzinger den Hinweis wert, die CSU habe "schon a bissl dazuglernt", wenn es um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und - wie in diesem Fall - auch um politisches Engagement gehe. Zum Thema Griechenland und den Stand der Verhandlungen konnte die Abgeordnete wenig sagen, aber der Kabarettistin Monika Gruber stimmte sie aus vollem Herzen zu, die von den "zwei Rotzlöffeln" in Athen gesprochen habe.

Auf Standort aufpassen

Für die Frauenquote habe sie "gekämpft wie ein Ochs", sagte Lanzinger. Mit einer Quote in Firmen aber habe sie Probleme. Damit hätte Manuela Schwesig in ihrem Ministerium den Anfang machen können, lästerte sie. Ihr Credo: "Ich bin Frauenpolitikerin, aber auch Wirtschaftspolitikerin." Man dürfe den Unternehmen nicht zu viel zumuten. Es gelte aufzupassen, "dass wir den Standort Deutschland nicht kaputt machen". Sie verteidigte die geplanten Stromtrassen, forderte einen Strommarkt auf europäischer Ebene und hielt den Gegnern dieser Pläne entgegen: "Mit Angst kann man keine Zukunft gewinnen."

Kritik an den Brüsselern

Vehement verteidigte die Abgeordnete die geplante Pkw-Maut und kritisierte die Brüsseler Entscheidung mit: "Die reden uns dauernd dazwischen." Mit weiteren Sprüchen wie "Dou mousst wöi a Zeck sei" oder "dou braucht ma a Portion Selbstbewusstsein und des hob i" beschrieb sie temperamtent- und humorvoll ihre Arbeit im Bundestag.

Im weiteren Verlauf des Nachmittags gab es Kaffee und von FU-Mitgliedern gebackene Kuchen. Die Bewirtung hatte Gisela Heintz vom Schützenverein übernommen.

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