25.09.2006 - 00:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Dr. Ludwig Markert, Präsident des Diakonischen Werkes Bayern: "Blick schärfen für den Menschen ...: "Ein Anwalt der menschlichen Würde"

von Redaktion OnetzProfil

Zum Thema der evangelischen Dekanatssynode "Kirche und Diakonie" sprach Dr. Ludwig Markert, Präsident des Diakonischen Werkes Bayern. "Diakonie ist eine notwendige Wesens- und Lebensäußerung der Kirche", zitierte er aus dem neu verabschiedeten Diakoniegesetz der Evang.-Luth Kirche in Bayern. Markert begrüßte die Bereitschaft der Gemeinden vor Ort, Verantwortung für die Diakonie zu übernehmen.

Angesichts der immer größer werdenden Kluft zwischen Arm und Reich werde die gemeindliche Diakonie verstärkt gebraucht. "Gemeinde und Diakonie gehören zusammen. Die Diakonie in den Gemeinden ist eine wesentliche Ergänzung zur professionellen Diakonie." Zum Predigen in den Gottesdiensten gehöre auch das Umsetzen der Nächstenliebe durch das praktische Tun. Markert wörtlich: "Die Predigten werden hohl, wenn sie nicht durch die Tat gedeckt werden!" Diakonisches Handeln beginne bereits mit dem Wahrnehmen der Not in der allernächsten Umgebung, "mit dem wachen Blick für den Menschen neben mir".

Der Diakonie gehe es aber nicht nur um die Hilfe in der konkreten Not. Die Diakonie versuche auch, die Strukturen zu ändern, welche die Not verursachten. Damit erbringe das Diakonische Werk Lobbyarbeit für Menschen, die sonst keine Lobby hätten. Mit den Worten: "Die Diakonie ist der Anwalt für den Menschen und seine Würde", beschrieb der Referent die Rolle der Diakonie in unserer Gesellschaft, in Politik und Wirtschaft.

Ein Problem für die Diakonie heute sei das Spannungsfeld zwischen Nächstenliebe und Wirtschaftlichkeit. "Die Not ist größer als die Finanzierbarkeit professioneller Hilfe," bedauerte Dr. Markert angesichts der immer geringer werden Zuwendungen aus öffentlichen Mitteln.

Als zeitgemäßes Profil christlicher Diakonie nannte Dr. Market abschließend: "Der Mensch wird in der Diakonie nicht als Kunde gesehen, sondern als Nächster. Christliche Diakonie kümmert sich nicht nur um die konkrete Not. Sie sieht auch die seelischen Nöte und bietet Hilfe durch geistliche und spirituelle Zurüstung." Dekan Schötz dankte dem Referent mit dem Dekanatsbuch, einem Teelicht aus Granit von Flossenbürg und einer Flasche Wein.

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