Dr. Rudolf Scharl spricht beim Stammtisch von 60plus zum Thema Inkontinenz
Nicht abfinden mit Volkskrankheit

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
03.05.2013
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Blasenschwäche ist eine heimliche Volkskrankheit, die erst langsam ihren Tabu-Charakter verliert: Aufgrund enormer medizinischer Fortschritte könnten die meisten Patienten jedoch mittlerweile gut behandelt werden. Niemand müsse sich mit der Krankheit Inkontinenz einfach so abfinden. Bei der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60 plus stand ein Referat des Urologen Dr. Rudolf Scharl zum Thema Inkontinenz auf dem Programm.

Es ging um ein Thema, über das oft nur unter vorgehaltener Hand gesprochen wird: Inkontinenz. Umso überraschender war es dann, welch große Menge an Zuhörern zum 60plus-Stammtisch erschienen war, um dem Vortrag von Dr. Rudolf Scharl zu folgen.

Männer und Frauen

Dies war ein Indiz, dass der Referent wohl durchaus Recht hat, wenn er behauptete, dass das Thema seinen Tabu-Charakter langsam verliere. Scharl bezeichnete Inkontinenz als eine heimliche Volkskrankheit. Trotz hoher Dunkelziffer sei in Deutschland von ca. 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung auszugehen, die unter Problemen mit der Blase leide, Tendenz steigend. "Bis zum 60. Lebensjahr sind dies überwiegend Frauen, häufig aufgrund der Folgen einer oder mehrerer Entbindungen und der damit verbundenen Veränderung der Beckenmuskulatur." Ab 60 holten die Männer dann jedoch schnell auf, Hauptursache sei hier die Prostata.

Schlimme Folgen

Scharl erläuterte die unterschiedlichen medizinischen Formen von Inkontinenzerkrankungen. Allen sei jedoch gemeinsam, dass durch sie ein enormer Verlust an Lebensqualität resultieren könne. Sozialer Rückzug bis zu Depressionen könnten Folgen der Inkontinenz sein, ganz zu schweigen von Angst, Verunsicherung, Problemen der Partnerschaft.
Doch Scharl machte klar: "Niemand muss sich mit dieser Krankheit einfach so abfinden." Die Medizin habe in den vergangenen Jahrzehnten enorme Fortschritte bei den Behandlungsmethoden der Inkontinenz erzielt. Man könne sicher nicht jedem Patienten mit jedem Leiden vollkommene Beschwerdefreiheit garantieren. Dennoch sei in den meisten Fällen mindestens eine deutliche Linderung der Beschwerden möglich, was zu einer unmittelbaren Zunahme an Lebensqualität führe. Die Behandlungsmethoden reichten dabei je nach Art der Erkrankung von physiotherapeutischen Maßnahmen bis hin zu operativen Eingriffen. Der Referent appellierte an seine Zuhörerschaft, bei Beschwerden zum Arzt zu gehen . Als erster Ansprechpartner könne der Hausarzt dienen - oder man gehe direkt zum Urologen. Mit den Kollegen der anderen Fachrichtungen (Allgemeinmedizin, Gynäkologie etc.) arbeite man gut zusammen. Im Anschluss gab es Gelegenheit, Fragen zu stellen.
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