12.08.2014 - 00:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Erfolgreiches Abschlusskonzert des SRIMF - Dirigent und Solisten überzeugen Ovationen für die Musiker

Es war wieder ein grandioser Abschluss der SRIMF-Tage. In der vollbesetzten Christuskirche lauschten die Besucher den jungen Musikern im sinfonischen Orchester. Auch hochkarätige Solo-Darbietungen gab es.

Die Sulzbach-Rosenberger lauschten den Klängen beim SRIMF-Konzert - und sie waren begeistert, ob der musikalischen Qualität. Bilder: gf (2)
von Helmut FischerProfil

Man tut den Solisten sicher nicht Unrecht, wenn man zunächst die Klasse, die Disziplin und das musikalische Können der jungen Musiker feiert, dazu den Dirigenten Andrzej Grabiec, der in kurzer Zeit mit diesen engagierten jungen Leuten ein solch gigantisches Programm auf die Füße gestellt und dabei in bewundernswerter Weise eine orchestrale Balance erzielt hat, die eigentlich nicht möglich war.

Dvorak und Liszt

Wenn bei sinfonischen Werken wie dem Cellokonzert von Dvorak oder der sinfonischen Dichtung von Liszt zwar fünf Celli, aber nur sieben erste Geigen verfügbar sind, wenn beispielsweise drei Bratschen, aber vier Trompeten "im Aufgebot" sind, dann bedarf es großer Kunst, dieses Ungleichgewicht zu "neutralisieren". Die jungen Musiker halfen ihm dabei in exzellenter Weise, geführt von der Konzertmeisterin Maithena Girault.

Doch zunächst war es der Hausherr der Christuskirche, Dekan Karlhermann Schötz, der sowohl in fließendem Englisch wie auch in Deutsch alle Besucher begrüßte und den Akteuren dankte, besonders Christl Pelikan-Geismann, ohne die es das SRIMF nicht geben würde. Schötz erinnerte besonders auch an die Menschen in den Krisengebieten der Welt. "Wenn wir uns heute an besonderer Musik erfreuen, so dürfen wir diejenigen nicht vergessen, die unter Krieg, Diskriminierung und Vertreibung leiden."

Zu Beginn spielte das Orchester in Mozart'scher Besetzung dessen Ouvertüre zu "Il re pastore". Hier zeigte der Dirigent, welches Vertrauen er in seine jungen Musiker haben konnte. Zwei Takte Dirigat, dann ließ er die Musiker selbst spielen. Und die taten das mit einer bemerkenswerten Disziplin und Konzentration und machten durch bewegliche Geigen und kluger gestalterischer Dynamik diesen "Einstieg" zu einem Erlebnis. Dvoraks berühmtes Cello-Konzert mit Misha Quint als Solist. Das hier große sinfonische Orchester vermittelte vom ersten Ton an die emotionale Substanz der Musik mit intensiven Streicherklängen, sauberen Hörnern und einem Solisten, der mit Kraft und Leidenschaft, mit schwelgerischen Melodiebögen dem Werk Konturen gab.

Eindrucksvolles Solo

Ein wunderschöner 2. Satz, der in choralähnlichem Bläserklang begann und sich zu geheimnisvollen großflächigen Klangbildern entwickelt, ließ Misha Quint in den ausgedehnten Kantilenen mit den bestens aufgelegten Flöten schwelgen. Und im Schlusssatz mit (zu) großem Blechklang hatte auch die Konzertmeisterin ihre eindrucksvolle Solostelle mit dem Cellisten, bevor das Werk mit fulminantem akkordischem Schluss endete.

Von Bach das so unbeschwerte Konzert für Geige und Oboe konnte in "ausbalancierter" Besetzung gespielt werden und gab Amy Collins (Oboe) und Andrzej Grabiec (Geige) Raum für wunderschönes Zusammenspiel, klug strukturiert in bezaubernder instrumentaler Zwiesprache des 2. Satzes und einem einfach fesselnd gestalteten Schlusssatz.

Auch die Sänger präsentierten sich gut. Aus Bizets "Perlenfischer" sangen Stephen Ng (Tenor) und Russell Franks (Bariton) das berühmte Duett "Au fond du temple saint". Geschmeidig, mit weichem Timbre und ungestressten Höhen prägte der Tenor das Duett, während der Bariton mit sehr starkem Tremolo und etwas rustikaler Kraft der sängerische Gegenpol war.

Auch das 20. Jahrhundert war musikalisch vertreten: Chris Carillo (Trompete) und Amy Coilins (Englischhorn) brachten "Quiet City" von Aaron Copland zum Klingen. Ein interessantes, durchaus "hörbares" Werk mit vielen originellen Instrumental-Themen und einem schwingenden Streicher-Sound zog die Zuhörer in den musikalischen Bann. Und zum Schluss erklang die sinfonische Dichtung von Franz Liszt "Les Preludes".

Klangliche Ekstase

Da füllten gewaltige (manchmal etwas brutale) Bläser-Klänge ebenso den Raum wie sich aufbauende Cello-Themen über flirrende Streicher zu üppigstem Fortissimo steigern, abgelöst von schönen Geigen-Passagen, aber immer wieder in klangliche Ekstase ausufernd, wo doch manche Unkorrektheiten zu hören waren.

Mit fast brachialem Schlussfortissimo endete dieser musikalische Kraftakt. Ovationen für alle Beteiligten, Zugaben und Dankesworte von Misha Quint (in Deutsch) an Christl Pelikan Geismann. Das Abschlusskonzert des SRIMF war für alle jungen Musiker, die beteiligten Solisten und das begeisterte Publikum erneut ein faszinierendes Erlebnis, und weckte die Vorfreude auf ein SRIMF 2015.

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