03.09.2012 - 00:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Erster ökumenischer Kirwa-Gottesdienst in Rosenberg Tradition und Moderne

"Komm so wie die bist, komm in Lumpen, komm im Schlips", sang die Band "Rough Water". Doch weder in Lumpen noch im Schlips erschienen die Besucher zum ersten ökumenischen Rosenberger Kirwa-Gottesdienst: Stilecht im Dirndl und in Rosenberger Tracht nahmen die Kirwaleit alle teil.

von Autor KÖKProfil

Und nicht nur sie fanden, dass zu einer Kirwa ein Gottesdienst dazu gehört. Komplett gefüllt präsentierte sich die Johanniskirche, die wegen der schlechten Wetteraussichten als Ausweichort gewählt wurde. Einige kirchliche Rosenberger Vereine schickten Fahnenabordnungen.

Ein Meilenstein

Das zeigte, dass diese Rückbesinnung auf den Ursprung der Kirwa im Dorf längst überfällig war. Auch die Kommunalpolitik mit 1. Bürgermeister Michael Göth und den Stellvertretern Günter Koller und Hansjürgen Reitzenstein sowie Altbürgermeister Gerd Geismann folgte der Einladung.

Pfarrer Thomas Saju, Herz-Jesu, sprach deshalb in seiner Begrüßung von einem "Meilenstein für beide Gemeinden und die Historie der Rosenberger Kirwa". Er blickte auf die geschichtlichen Ursprünge der Kirchweihfeste zurück.

Unabdingbar wie das Salz

"In der Oberpfalz gehört die Kirwa einfach zum guten Leben", hat Pfarrer Klaus Iberius von St. Johannis als Niederbayer inzwischen festgestellt. In seiner Predigt betonte er, wie wichtig es sei, aus solchen Festen Kraft zu schöpfen. Ausgehend von der Aussage Jesu in der Bergpredigt, "Ihr seid das Salz der Erde", schloss der Geistliche, dass Feste für das Leben in einer Stadt genauso unabdingbar seien wie das Salz in einem guten Essen. Dabei komme es in beiden Fällen auf die richtige Dosis an.
Sein Dank ging an die Kirwaleit, die sich monatelang vorbereitet hätten. "Die ganze Stadt freut sich nun mit euch." Dieser erste ökumenische Kirwa-Eröffnungsgottesdienst wirke dem Trend zur "seichten Gaudi" entgegen. Jesus habe die Menschen in seiner Bergpredigt aufgefordert, dass es auf jeden Einzelnen ankomme. Das gelte auch heute noch. "Wir sollen uns ermutigen lassen uns in der Gemeinschaft einzubringen und das Leben mit anderen zu teilen."

Auch so eine Kirwa sei dazu eine Gelegenheit. "Denn Gott hat uns auch mit Feiertagen bedacht, um Kraft zu schöpfen für sorgenvolle Stunden." So wünschten beide Pfarrer schöne unbeschwerte Kirwatage. Dem schloss sich Göth in seinem Grußwort an. Er dankte seitens der Stadt den Rosenberger Kirwaleit und wünschte "O Kirwa lou niat nou!"

Alle begeistert

Die Band "Rough Water" ließ die Kirchenmauern erbeben und zeigte, dass wie bei der Kirwa auch im Gottesdienst Tradition und Moderne wunderbar Hand in Hand gehen. Ihre neue geistliche Musik, ob in englischer oder deutscher Sprache, begeisterte gleichsam Jung und Alt.

Sie setzten das Gesungene gleich in die Tat um: "Sein Haus ist voller Freude, sein Haus ist voll Musik." Bleibt zu hoffen, dass der ökumenische Kirwagottesdienst zu einem selbstverständlichen Programmpunkt der Rosenberger Festtage wird.

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