Festakt zum 150-Jährigen des BLLV-Kreisverbandes Sulzbach-Rosenberg - Klaus Wenzel spricht
"Beste Bildung für alle Schüler"

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
28.04.2013
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"150 Jahre Einsatz für Bildung als Menschenrecht" - unter dieses Leitthema stellte der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnen-Verbandes (BLLV) Klaus Wenzel seine Festansprache beim Jubiläum des Kreisverbands Sulzbach-Rosenberg. Die gute Stube der Stadt, der gotische Rathaussaal, bot dafür den passenden Rahmen.

Zwei Jahre nach der Gründung des Bayerischen Lehrervereins im Dezember 1861 im Reichssaal des Regensburger Rathauses hoben 29 Lehrer aus verschiedenen Schulorten des Altlandkreises Sulzbach-Rosenberg den örtlichen Kreisverband aus der Taufe.

Mitglied seit 1948

Der aktuelle Kreisvorsitzende Martin Sekura freute sich im vollen Rathaussaal auch über den Besuch der Bezirksvorsitzenden des BLLV, Ursula Schroll, von Vertretern aus der Politik und öffentlichem Leben sowie über die Jubilare, die für langjährige Treue zum Kreisverband besonders ausgezeichnet wurden. Insgesamt standen 19 Mitglieder, die zwischen 25 Jahren und 65 Jahren dazugehören, zur Ehrung an. Am längsten dabei ist Friedrich Schunk. Ihm wurde die Ehre zu teil, der Festversammlung über seine Anfänge und den Beginn seiner Mitgliedschaft im Jahr 1948 persönliche Erinnerungen vorzutragen.

Den Auftakt bildete ein Empfang der Stadt, wobei die Gäste mit Bürgermeister Michael Göth auf das besondere Jubiläum anstießen. Der BLLV-Präsident trug sich in das Goldene Buch der Stadt ein - Klaus Wenzel ist gebürtiger Sulzbach-Rosenberger, der einige Jahre das frühere Basteischulhaus besuchte, ehe er mit seiner Familie wegzog.
Mit konzertanter Musik umrahmten Nadine Hofmann (Violine) und Michael Meier (Klavier) den Festakt. In humorvoller Form blätterte Karl Stegmann in der Chronik des Kreisverbands. Nachdem sich die Gäste an einem lukullischen Büfett gestärkt hatten, übernahmen Dieter Radl und die "Bauernsfünfer" das Kommando beim Unterhaltungsprogramm.

Nur mehr Ziffernwerte

Passend zur Thematik "Bildung als Menschenrecht" kritisierte der Präsident Klaus Wenzel, dass es bei den Übertrittszeugnissen, die es in Bayern am 2. Mai für alle Viertklässler, gibt, es nur mehr auf Ziffernwerte in den Kernfächern ankomme, die sozialen und charakterlichen Eigenschaften der Kinder aber total in den Hintergrund gerieten.

Er appellierte an die Landtagsabgeordneten Heinz Donhauser und Reinhold Strobl, sich in München dafür einzusetzen, dass die Mittelschule in ihrer besonderen Bedeutung besser herausgestellt wird. Der BLLV, so Wenzel, kämpfe für eine starke Lehrerschaft. Dieser Kampf bestand schon immer aus politischer Einmischung, aus dem Aufzeigen sinnvoller Alternativen und der professionellen Auseinandersetzung mit dem Bildungsauftrag. Der BLLV werde weiter kämpfen, die gleiche Bedeutung der Lehrer aller Schularten und Schulstufen bewusst zu machen.
Weiter führte Klaus Wenzel aus: "Lehrer handeln politisch selbstbewusst. Sie gestalten Schule und fordern die notwendigen Ressourcen ein." Als Verdienste des BLLV hob der Präsident die Umwandlung von der kirchlichen zur staatlichen Schulaufsicht und die Einführung des Universitätsstudiums hervor.

Schulpolitik dürfe nicht auf der Stelle treten. Progressive wie pragmatische Lösungen müssten zugelassen werden. "Veränderungen sind notwendig", so der Präsident, für die Kinder, für die in der Schule arbeitenden Kollegen sowie eine Gesellschaft, die sich erheblich verändere.

Der BLLV kämpfe seit über 150 Jahren für beste Bildung für alle Schüler, unabhängig von sozialer Herkunft. Es bedürfe intensiver, individueller Förderung aller Kinder und Jugendlichen, damit niemand die Schule ohne Abschluss verlasse.
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