07.07.2005 - 00:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Festgottesdienst und Empfang: 100 Jahre Diakonieverein Rosenberg - Offene Tür im Kindergarten "Ohne Kinder gibt es keine Zukunft"

"Demut ist auch in der Ellenbogengesellschaft aktuell" - mit einem großen Festgottesdienst in der Johanniskirche, einem Empfang im Gemeindehaus und einem "Tag der offenen Tür" feierte der Gemeindediakonieverein Rosenberg e.V. sein 100-jähriges Bestehen. Eingebunden in die Feierlichkeiten waren natürlich auch die Kinder des Evangelischen Kindergartens.

von Autor MDHProfil

Die Festpredigt hielt Pfarrer Heinrich Götz, Rektor der Diakonissenanstalt Augsburg, von wo 75 Jahre lang Schwestern für den Kindergarten und die Gemeindekrankenpflege entsandt wurden. Der Festprediger machte deutlich, was Diakonie seit den Zeiten des Apostel Paulus bedeute. Dazu legte er zu jedem wichtigen Begriff aus dem 3. Kapitel des Kolosserbriefes ein anders farbiges Band auf seine Schulter.

Ein weiches Herz

"Erbarmen" brauche nicht nur ein weiches, mitfühlendes Herz, sondern auch Freundlichkeit, selbst wenn dies im Umgang mit Kindern oder Kranken nicht immer einfach sei und wirklich trainiert werden müsse.

Demut, verdeutlichte Pfarrer Götz, sei auch in einer Ellbogengesellschaft aktuell. Vor allem, wenn man sie richtig verstehe, sich selbst zurücknehme und nicht immer die erste Geige spielen möchte. Dies schaffe Platz für andere und damit auch für sich selbst. Sanftmut sei sicherlich kein Zauberwort gegen Aggressionen, aber der erste Schritt zu einer neuen Gemeinschaft. Geduld heiße dran bleiben, nicht aufgeben und nicht gleich aus der Haut zu fahren.

Die beiden christlichen Verhaltensweisen "Vergebung" und "Liebe" seien nur mit Hilfe von Christus möglich. Durch Vergebung könne man zwar Geschehenes nicht ungeschehen machen, aber man könne durch die Vergebung dem Verursacher seine negative Kraft nehmen. Die christliche Grundtugend "Liebe" schließe jeden mit ein. Sie schöpfe aus Christi Liebe Kraft und mache die Liebenden selbst zu Boten dieser Gottesliebe.

"Jesu Schäflein"

Boten wurden dann auch die Kinder. Kindergartenleiterin Doris Maul brachte den Kindergartenkindern bunte Bänder, und diese kamen, verbunden mit den Bändern, in den Gottesdienst und sangen, passend zu den Festtags-T-Shirts mit dem Bild des Guten Hirten, "Weil ich Jesu Schäflein bin".

Ob Kirchenvorsteher, Kinderpflegerin, Abendmahlshelferin oder die Mutter, die drei Kinder im Kindergarten hatte: Alle erkannten sich wieder im Spiel der Kinder "Wie es im Kindergarten vor 50 Jahren war". Trotz des berechtigten Zweifels, ob jeder Wunsch der heutigen Kinder auch in Erfüllung geht, sangen diese überzeugend: "Wir sind die Kleinen der Gemeinde, ohne uns geht nichts ...".

Beim anschließenden festlichen Empfang im Gemeindehaus betonten auch 1. Bürgermeister Gerd Geismann und der stellvertretende Landrat Hermann Völlger, dass ohne Kinder wirklich nichts ginge und unsere Gesellschaft ohne sie keine Zukunft habe. Viele verbundene Vereine, Stadt- und Kreisräte, Vertreter der ortsansässigen Banken, Leiter der Schulen, ehemalige Mitarbeiterinnen und Verantwortliche um den Gemeindediakonieverein unterstrichen mit ihrer Präsenz bei diesem Empfang die Bedeutung des Jubelvereins.

Dass Kindergarten und Diakonie einfach zum Ortsleben gehören, bewies auch der große Besucherkreis am Nachmittag beim Tag der Offenen Tür.

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