08.08.2013 - 00:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Frage nach Verbandskasten: Frau beleidigt Polizisten Ausfällig nach der dritten Kontrolle

von Autor HWOProfil

Manchmal können Zufälle höchst ärgerlich sein. Heuer in einer Januarnacht unterwegs mit ihrem Auto, wurde eine junge Frau innerhalb relativ kurzer Zeit drei Mal von der Polizei aufgehalten und kontrolliert. Genervt verlor sie die innere Ausgeglichenheit und setzte zu Beleidigungen an.

Ziellos umhergefahren

Die 27-Jährige aus dem südlichen Landkreis hatte wenige Tage zuvor den jähen Tod eines nahen Angehörigen hinnehmen müssen, sie war eher ziellos mit ihrem Wagen unterwegs und wurde, rein routinemäßig, von Funkstreifenbesatzungen gestoppt. Einmal, zweimal. Als dann zum dritten Mal die Aufforderung "Ihre Papiere bitte" ertönte, wurde sie ungemütlich. Verständlich einerseits.

Doch Beleidigungen akzeptiert die Staatsanwaltschaft nicht. Um Führer- und Fahrzeugschein gebeten, entfuhr es der 27-Jährigen gegenüber einem Polizisten: "Jetzt werden Sie aber pervers." Das hatte sie in erster Instanz vor einer Amtsrichterin im April zwar bestritten und mitgeteilt, der Satz habe so gelautet: "Jetzt wird es aber pervers".

Auf Strafhöhe beschränkt

Doch vor dem Landgericht galt jetzt in zweiter Instanz die erste Version als erwiesen. Grund: Die Angeklagte hatte ihre Berufung auf den sogenannten Rechtsfolgenausspruch (sprich: Strafhöhe) beschränkt. Es gab eine zweite Äußerung, die den kontrollierenden Beamten missfiel.

Wie üblich wurde (auch das beklagen kontrollierte Kraftfahrer unter Hinweis auf Schikane häufig) nach dem Verbandskasten gefragt. Die 27-Jährige öffnete den Kofferraum, holte das Objekt amtlicher Genauigkeit hervor und überreichte es mit den Worten: "Hier haben Sie Ihren Sch.... Verbandskasten". 2100 Euro Geldstrafe wären laut erstrichterlichem Urteil fällig gewesen. Dieser Betrag stand nun vor der Strafkammer unter Vorsitz von Richter Gerd Dressler zur Debatte. "Völlig übertrieben", befand der Verteidiger und hielt 450 Euro für ausreichend.

Ersturteil abgeändert

"Beleidigen geht nicht", entgegnete der Staatsanwalt und legte der Kammer unter Berücksichtigung einer momentan angespannten Finanzlage der Frau eine Strafe in Höhe von 1500 Euro nahe. Die Richter änderten das Ersturteil ab und entschieden auf 1200 Euro.

Ungeachtet der nicht zu tolerierenden Beleidigungen blieb ein Beigeschmack. Denn drei Kontrollen kurz nacheinander erscheinen durchaus vermeidbar angesichts eines Kommunikationssystems, mit dem Funkstreifenwagen untereinander verbunden sind.

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