12.08.2014 - 00:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Freisprechungsfeier der Zimmerer - Ökologisches Denken sichert diesem Beruf Existenzgrundlage Tradition schließt Zukunft nicht aus

"Die Traufhöhe nicht zu niedrig ansetzen", sollten die neuen Zimmerer-Gesellen, wenn sie an ihre berufliche Zukunft denken. Diesen Rat gab der stellvertretende Amberg-Sulzbacher Kreishandwerksmeister Rudolf Gössl im Gasthof Michl in Oberleinsiedl bei der Freisprechung den Absolventen aus den Landkreisen Amberg-Sulzbach, Schwandorf und Cham mit auf den Weg.

Christian Süß, Andreas Schöberl, Tobias Wutz, Georg Holzapfel, Fabian Hoffmann und Patrick Dannerböck sowie Moritz Heuberger (vorne, von links) haben ihre Prüfung als Beste absolviert. Dazu gratulierten Bürgermeister Franz Mädler (hinten, Mitte) sowie (von rechts) stellvertretender Kreishandwerksmeister Rudolf Gössl (Amberg-Sulzbach), der Vorsitzende des Prüfungsausschusses Georg Strobel und stellvertretender Landrat Franz Birkl. Bild: gf
von Autor GFRProfil

Gerade in einem Handwerk, bei dem Tradition und High-Tech so nahe beieinander lägen, werde im künftigen Berufsleben einiges auf die Zimmerer zukommen und sie vor neue Herausforderungen stellen. Im Handwerk forme erst jahrelange Übung und stetiges Weiterlernen eine erfolgreiche Fachkraft, für die sich dann auch die Meisterprüfung abzeichne. Der Spruch "Handwerk hat goldenen Boden" gelte vor allem für Zimmerer, unterstrich der Ursensollener Bürgermeister Franz Mädler. Denn "Holz als ökologischer Baustoff" werde in Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnen.

Hohes Leistungsniveau

Studiendirektor Johann Altmann (Berufsschule Furth im Wald) betonte, dass die Gesellenprüfung nicht leicht gewesen sei. Dennoch hätten alle 35 angetretenen Zimmerer bestanden, 16 hätten sogar mit der schulischen Qualifikation mittlere Reife abschließen können und sieben einen Notenschnitt von 1,5 oder besser erzielt. "Machen Sie im Handwerk weiter", appellierte stellvertretender Landrat Franz Birkl. Fachkräfte würden in allen Berufssparten dringend gebraucht. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses, Franz Amberger (Roding), stellte kurz die Gesellenprüfung vor, bei der jeweils im verkleinerten Maßstab eine Treppe, ein Dachaufsatz und ein Kehlsparren mit Schifter gefertigt werden mussten.

Außerdem seien Grundkenntnisse im Holzhaus-Bau abgefragt worden. Georg Strobel, stellvertretender Obermeister der Bau-Innung Sulzbach-Rosenberg (Fachgruppe Zimmerer), stellte in den Mittelpunkt der Freisprechungsfeier, dass alle Prüflinge ihren Gesellenbrief bekommen hätten. Elternhaus, Ausbildungsbetriebe, Berufsschule und überbetriebliche Ausbildungszentren hätten gemeinsam dazu beigetragen, diese erste Stufe auf der beruflichen Karriereleiter des traditionsreichen, aber auch modernen Zimmererhandwerks erreicht zu haben. Denn die drei Lehrjahre seien im Wechsel zwischen Schule und beruflichem Alltag sicher kein Zuckerschlecken gewesen.

Moderner Baustoff

Zimmerer, so Strobel, seien "mit dem modernen, ökologischen Baustoff Holz bestens für die Zukunft aufgestellt". Holz gelte als nachhaltig, heimisch, nachwachsend und klimaschonend. Für Unternehmer seien qualifizierte Mitarbeiter das wichtigste Kapital, die das Überleben ihres Betriebes und damit auch die eigene Existenz sichern würden. Die Zimmergesellen sollten sich auch bewusst sein, dass sie die Visitenkarte ihres Betriebs darstellen würden.

Die Prüfungsbesten

Als Innungsbeste wurden ausgezeichnet: Andreas Schöberl, Zimmerei Christian Kraus (Teunz); Fabian Hoffmann, Zimmerei Christian Eimer (Schwarzenfeld); Georg Holzapfel, Zimmerei Reinhard Mühlbauer, (Bad Kötzting-Kammern); Moritz Heuberger (Freudenberg), Vierkant-Zimmerei Edmund Birner, (Maxhütte-Haidhof); Christian Süß, Zimmerei Michael Süß (Niedermurach-Rottendorf); Patrick Dannerbeck, Zimmerei Andreas Drexler & Franz Bierler (Bruck); Florian Gruber, Hutter Kleber Holzbau (Schönthal); Tobias Wutz, Zimmerei-Holzbau Martin Kohlbeck, (Furth im Wald).

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