Imkermeister Hans Beer zeigt die Vorzüge der Dadant-Betriebsweise auf - Brutraum anpassen
"Biene macht nichts falsch"

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
27.04.2013
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"Leider haben die Bieneninstitute die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Von ihnen werden weiterhin Betriebsweisen mit zwei Bruträumen empfohlen." Diese klare Aussage stellte Imkermeister Hans Beer zu Beginn als wichtigen Punkt heraus. Dabei gebe es mit der Dadant-Beute eine ideale Behausung, die dem Jahreslauf der Bienen und deren Bedürfnissen individuell angepasst werden kann.

Nicht ohne Grund lautete das Thema des Vortragsabends in der Schlossgaststätte in Theuern "Imkern mit angepasstem Dadant-Brutraum". Eingeladen hatte der Imkerverein Unteres Vilstal mit Vorsitzendem Stephan Graf, der sich über gut 100 Besucher freute.

Hans Beer (Heideck bei Hilpoltstein) schilderte seine Erfahrungen auf dem Weg zum angepassten Dadant-Brutraum, der bei ihm 20 Jahre gedauert habe. Schlüsselerlebnisse waren für ihn mehrere Treffen mit dem wohl bekanntesten Imker der Welt, Bruder Adam. Ihm habe er die Hinwendung zur Dadantbeute und zur Buckfastbiene zu verdanken.

Leider werde nach Ansicht Beers an den Bieneninstituten noch immer überholtes Wissen verbreitet. Stattdessen hätten Professor Ludwig Armbruster als Bienenkundler und Bruder Adam als Praktiker relativ früh im 20. Jahrhundert den richtigen Weg aufgezeigt. "Die Biene macht nichts falsch, die Imker schon", merkte Beer in Richtung der Institute an und lobte dagegen die Universitäten, die unter anderem durch Professor Jürgen Tautz (Uni Würzburg) bahnbrechende Erkenntnisse zutage förderten.

Legeleistung beachten

Der Imkermeister zeigte auf, dass die Legeleistung einer Königin den Platz vorgebe, den sie brauche. Und dafür sei ein Dadantbrutraum völlig ausreichend. Keine Königin der Welt könne mehr Eier legen als auf sieben bis acht Dadantwaben passen. Der Rest der Waben, insgesamt sind es zwölf, werde dann für ausreichende Wintereinfütterung benötigt. Je nach Bedarf des Volkes könne dieser Brutraum per Schiedbrett angepasst werden - einfacheres Imkern dürfte es kaum geben.

Breiten Raum nahmen beim Vortrag die Ausführungen zu halbhohen Dadant-Honigräumen ein. Hier bringe die strikte Trennung nach Brut- und Honigraumwaben durch unterschiedliche Größen viele Vorteile. Dazu zählen schnellere Reifung, bessere Sortenschleuderungen, geringeres Gewicht, keine Wachsmottenprobleme und deshalb hygienisch einwandfrei lagerbares Wabenmaterial.

Ausführlich ging der Imkermeister auf Zusammenhänge von Legeleistung, Polleneintrag und Schwarmtrieb ein. Er empfahl, ein Bewertungssystem für die Völker anzuwenden und Eingriffe zu dokumentieren.
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