Internationale Retriever-Prüfung in der Wagensaß
Perfekte Hunde in Teich und Busch

Er hat ihn: Vorschriftsmäßig apportiert der Labrador den blauen Dummy aus dem Wasser - das gibt volle Punktzahl.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
15.04.2013
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Selten so brave Hunde gesehen: Der "Bavaria Lions Cup 2013" vereinte am Wochenende in der Oberen Wagensaß etwa 90 Mitglieder des "Deutschen Retriever-Clubs". Diese Prüfung ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe für die Apportierhunde, eine der größten ihrer Art.

Sie wurden einst gezüchtet, um erlegtes Flugwild zu suchen und zurückzubringen. Hohe Intelligenz, Selbstständigkeit und Ausdauer, gute Führigkeit und Freude am Wasser zeichnen die Retrieverrassen aus. Beim "Dummy-Training" werden Hunde im Gelände zum waidgerechten Apportieren ausgebildet. Statt Jagdbeute nimmt der Trainer einen gefüllten Leinensack, den Dummy.

Drei Grundpfeiler

Nicht der Jagdgedanke, sondern vor allem sportliche Gesichtspunkte spielen bei den meisten Teilnehmern eine Rolle. Wechselndes Gelände und unterschiedlichste Apportieraufgaben bilden die anspruchsvolle, interessante Arbeit für den Vierbeiner. Hundeführer und Schützling müssen gut zusammenarbeiten, vor allem Ruhe beweisen.

Als die drei Grundpfeiler gelten das Markieren, das Suchen und das Einweisen. Beim Markieren muss der Hund muss die Flugbahn des Objektes aufmerksam verfolgen und sich merken, wo es liegt oder liegen könnte. Er muss sich das bei mehreren Beutestücken unabhängig voneinander merken, auch über einen längeren Zeitraum. Beim Suchen wissen Hund und Führer nicht genau, wo die Beute liegt, also muss der Hund durch selbstständige Suche das Wild finden. Das ist in der Jagdpraxis von großer Bedeutung. Beim Einweisen lenkt der Hundeführer mittels Stimme, Pfeife und Handzeichen den Vierbeiner ins Zielgebiet, er dirigiert ihn: Voran, rechts, links, zurück, aber auch Kommen und Stoppen kennzeichnen die Königsdisziplin.
Ein Schuss aus dem Platzpatronenrevolver, dann fliegt der Dummy in hohem Bogen ins Gebüsch oder ins Wasser. Auf das Zeichen des Richters schickt der Führer seinen Hund los. Es gibt für jede Aufgabe maximal 20 Punkte, die besten der jeweiligen Klassen kommen fast an die hundert Zähler heran.

Fünf Stationen

Im Zuständigkeitsgebiet des Forstbetriebs Schnaittenbach der Bayerischen Staatsforsten standen fünf Stationen unterschiedlichster Ausprägung bereit, die alle Hunde durchliefen, Anfänger, Fortgeschrittene, Experten gleichermaßen.

Als Richter bei der Landesgruppe Süd fungierten Betty Schwieren aus Deutschland, Barbara Kuen, William Rostron und Sara Raynor aus Großbritannien, und die Ungarin Rita Kökény. Die Prüfungsleitung lag bei Betty Schwieren. Vor Ort hatten die Sonderleitung Rainer Schmidt und Sabine Bichlmaier.

Letztere freute sich sehr über den Besuch aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Ungarn und England: "Der Bavarian Lions Cup ist eine der anspruchvollsten Prüfungen in Deutschland!" Nächstes Jahr soll dann der "German Cup 2014" in der Wagensaß laufen - quasi die Deutsche Meisterschaft...
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