"Jack's Heroes" begeisterten im Kompas-Zelt - Lebensfreude der Insel verinnerlicht
Voller Sehnsucht nach Irlands Grün

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
12.05.2014
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"Bayrisch-irish" - eine bessere musikalische Mischung als Unterhaltungsprogramm bei der Kompas-Messe hätten die Veranstalter kaum finden können: Die vier Akteure von "Jack's Heroes" sorgten mit "fun-tastischer" irischer Musik für Hochstimmung im sehr gut besuchten Zelt am Dultplatz. Als Sahnehäubchen gab es einen bejubelten Tanzauftritt der "Magic Shows", die Irish Reel und Step vom Feinsten auf die Bretter zauberten.

Irland und die Musik, das eine ist ohne das andere nicht denkbar. Gegen die fröhlichen Leutchen auf der grünen Insel sind sogar die musizier- und tanzfreudigen Bajuwaren Waisenknaben. Und dabei reichen die Wurzeln der Irish Music weit zurück, bis in keltische Vorzeiten, deren mystische Klangwelten sich später höchst fruchtbar vermengten mit schottischen, normannischen, englischen und bretonischen Einflüssen.

Dieses einzigartige Konglomerat brachte den schier unerschöpflichen Fundus an Balladen, Tanzweisen und Instrumentals hervor - es gibt nichts zwischen Himmel und Erde, was die Iren nicht besingen würden.

Gewinn für die Szene

Dass sich ein Quartett von vier musikbegeisterten Mannsbildern aus dem Raum Amberg vor etlichen Jahren zur Öffnung dieser Schatztruhe entschloss, darf man als echten Gewinn für die regionale Musikszene betrachten. "Jack's Heroes", das sind Chris, Gonzo, Tom und Edi, die da mit Gitarre, Fiddle, Banjo, Tin Whistle, Schlagzeug und starken Stimmen das weite Feld der irischen Musik durchpflügen und vom ersten Stück weg sprichwörtliche irische Lebensfreude versprühen. Ob Trink- und Kneipenlieder, schwermütige Balladen, Liebeslieder, Geschichten von rauen Seemännern oder arbeitslosen Sozialschiffbrüchigen - die Texte und Melodien nehmen einen mit und treffen ins Herz.

Humor am Rande

Chris, Boss des vierblättrigen Musiker-Kleeblatts, sorgt als "storyteller" dafür, dass sich auch Neulinge schnell in der Welt der Irish Music zurecht finden. Bei ihm bekommen Gonzo, das "Problemkind", der introvertierte Tom oder Edi, der Teufelsgeiger (mit über 70 der Oldie) ihr Fett weg, die Retourkutschen haben es in sich. Die Hörerschaft konnte wieder gar nicht genug kriegen von Songs übers "Dirty old town", den "Ferry man" oder den "Drunken sailor".

Wer gut hinhört, ein wenig des Englischen mächtig ist und noch ein Fünkchen irischer Seele im Leib hat, fühlt sich schnell hinüber getragen auf die grüne Insel, an die schroffen Klippen der Westküste und in die Wicklow Mountains im Dubliner Hinterland, "so near to the howlin' of the wind", mitten hinein ins Heulen der Atlantikwinde über dem unbeschreiblich schönen Land im unbeschreiblichen Grün.

Wen wundert es dann noch, dass ausgewanderte Iren in fernen Welten ihre Insel nie vergessen können - ebenso wenig wie Molly Malone, die legendäre hübsche Dubliner Fischverkäuferin, die im gleichnamigen Song mit ihrem Holzkarren über das Pflaster rattert. Sie soll ja ihren Lebensunterhalt mit Liebesdiensten aufgebessert haben. Trotzdem (vielleicht deswegen) haben ihr die Iren in Dublin ein tolles Denkmal gesetzt.

Herzergreifender Chor

Nach etlichen Zugaben packten "Jack's Heroes" wieder ein, ein letztes "Hallelujah", in das das restlos begeisterte Publikum herzergreifend vielchörig einstimmte. Tin whistle und Bodhran sind verstummt, aber nur vorübergehend, bis zum nächsten Auftritt, "and whe follow Jack's Heroes, where ever they go".
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