25.08.2014 - 00:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Kulturamtsleiter Fred Tischler kann sich ein Radfahrer-Motel in Sulzbach-Rosenberg vorstellen "Enormes Potenzial" für die Stadt

Werner Kirsch genießt ein Eis am Markplatz. Der Dresdner ist mit dem Rad unterwegs und auf der Durchreise. Er wollte sich die Sulzbach-Rosenberger Altstadt angucken. Ein Tourist ist er dennoch nicht. Denn dazu müsste er laut Kulturamtsleiter Fred Tischler mehrere Nächte in der Stadt verbringen. So will es die Definition.

Weil Sulzbach-Rosenberg auf der Strecke des Fünf-Flüsse-Radweges liegt und das Eis hier so gut schmeckt, machten (von links) Salohy Mirasoa; Werner, Heike und Wiebke Kirsch Halt in der Stadt. Bild: doz
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Aber ob nun offiziell Tourist oder nicht, Tischler sagt: "Was die Radfahrer betrifft, gibt es ein enormes Potenzial." Sobald es ein bisschen warm sei, starte die Saison. "Das ist Wahnsinn, es ist von März bis November Betrieb." Eine offizielle Statistik gibt es nicht. Dennoch schätzt Tischler, dass 60 Prozent der Übernachtungsgäste in diesem Zeitraum Radfahrer sind. So hoch schätzen Wirtin Hermine Sperber (Gasthaus Sperber) und Hildegard Eberwein, Besitzerin des "Bayerischen Hofs", den Anteil zwar nicht, sie bekräftigen aber, dass es "viele Radfahrer" sind, die in der Herzogstadt übernachten. Fred Tischler rät deshalb dazu, dieses Potenzial zu nutzen. Der Kulturamtsleiter könnte sich ein Motel in Sulzbach-Rosenberg vorstellen: "Radler müssen die Möglichkeit haben, Klamotten zu waschen und zu trocknen. Außerdem brauchen sie ein gutes Frühstück." Vorwiegend seien es ältere Leute, die in die Pedale treten. Also eine Zielgruppe, "die auch Geld hat".

Mehr Ankünfte

Die Erfahrung zeigt laut Tischler, dass die Radfahrer meist nur eine Nacht bleiben. "Die Ankünfte werden mehr, die Verweildauer weniger", sagt der Kulturamtsleiter. Einen Halt in Sulzbach-Rosenberg machen nach Aussagen Tischlers und Kulturamts-Mitarbeiterin Kerstin König Radfahrer aus ganz Deutschland, aber auch aus den Niederlanden oder Spanien.

Ein Grund ist sicher, dass die Herzogstadt auf der Strecke des Fünf-Flüsse-Radweges liegt. König nennt einen positiven Nebeneffekt: "Einige Radfahrer kommen mit dem Wohnwagen wieder und bleiben länger in der Stadt." Das bestätigt im Grunde auch Hildegard Eberwein: "Manche bleiben fünf bis sechs Tage." Dabei handle es sich um Touristen, die schon mal in Sulzbach-Rosenberg gewesen seien. Einen Tag ohne Radfahrer, die im "Bayerischen Hof" übernachten, gebe es zwischen Frühjahr und Herbst so gut wie gar nicht.

Spontan und organisiert

Auch Hermine Sperber berichtet, dass viele dieser Zielgruppe in ihrem Gasthaus Quartier beziehen. Teilweise würden die Gäste spontan in Sulzbach-Rosenberg halten, es gebe aber auch viele, die an einer organisierten Tour teilnähmen. Vor zwei Jahren hat es laut Sperber mal einen richtigen Boom gegeben. Der Zustrom sei zwar ein bisschen abgeflacht. Aber im Gegensatz zu früheren Zeiten sei das Aufkommen der Radfahrer schon merklich gestiegen.

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