Mit Georg Schaller, Josef Rieder und Hans Reinhardt auf Zeitreise im Schaustollen "Max"
Die Hüter der Tradition

Die Eingangstür zum Schaustollen "Max" im Flick-Park steht offen. Hans Reinhardt, Georg Schaller und Josef Rieder (von links) hoffen als ehemalige Bergleute, dass die Erinnerung an die Arbeit untertage stets hochgehalten wird.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
29.08.2014
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Er hat genug geleistet. Davon ist Georg Schaller felsenfest überzeugt. Seine 80 Jahre sieht man ihm dennoch nicht an. Obwohl man das müsste, wenn er seine Geschichten aus einer langen, beschwerlichen Zeit als Bergmann in den Sulzbacher Eisenerz-Gruben erzählt. Und auch nach dem Ende des Bergbaus 1977 hielt er die Tradition der Knappen beim Verein im Vorstand vielfältig in Ehren. Zuletzt noch im Schaustollen "Max", wo er ganze 18 Jahre als Führer im Einsatz war.

"Was wird einmal werden aus unserer Bergbaugeschichte, wenn wir nicht mehr sind?", fragen sich Josef Rieder (76), Hans Reinhard (80) und Georg Schaller (80) beim Pressetermin am Schaustollen im Flick-Park. Weitergetragen müssen diese Erfahrungen schon werden, darüber sind sich die drei Männer im Klaren.

Und dass sie das gerne machen, merken wir spätestens, als die Tür zum Schaustollen aufgeschlossen wird. Ein schier unerschöpfliches Reservoir an Wissen über den Bergbau an sich, die Arbeit untertage und die Gruben auf Sulzbach-Rosenberger Gebiet halten sie für die Besucher bereit.

Auch Anekdoten über die Kumpel, von denen die meisten eigene Spitznamen trugen - eine ganze Liste existiert davon - gehören mit zu ihren Ausführungen. Sie reden, als wären sie noch mitten drin in ihrer Arbeit als Bergmänner - und immer schwingt auch eine kleine Portion zurückhaltender Stolz mit.

Grundstein für Wohlstand

Den dürfen sie auch haben, denn in den Bergwerken legten sie den Grundstein für unseren späteren Wohlstand. Doch das war mit härtester Arbeit verbunden. Rieder, Reinhardt und Schaller gehen systematisch durch den Schaustollen, berichten von den einzelnen Abschnitten.

Es fallen Begriffe wie Schwarz-Weiß-Kaue, Schlepper, Hauer, Gezähe und Schießhauer. Es ist vom Abteufen die Rede, von Revieren, Förder- und Wetterstrecken. Sie erklären alles, gehen buchstäblich in die Tiefe.

Doch richtig wirksam macht dies alles erst die unvergleichliche Atmosphäre im Schaustollen. Unsereiner würde sagen: "Das ist ja wie in echt." Und genau das stimmt. Aus Friedrich Flicks altem Luftschutzstollen wurde der Bergbaustollen "Max", um der Bevölkerung den Bergbau richtig nahe zu bringen.

Der Anstoß zu diesem Vorhaben kam übrigens vom früheren Stadtheimatpfleger Karl Grünthaler und Stiber-Chef Klaus Faltenbacher. Besitzer Dr. Dietrich Dodenhöft stimmte wohlwollend zu. Ein echtes bergmännisches Kleinod entstand, im Jahr 1996 konnte an Christi Himmelfahrt mit dem 1. Stollenfest Eröffnung gefeiert werden.

Seitdem sind 18 Jahre vergangen, und Georg Schaller meint, dass diese lange Zeit als Stollenführer genug sei. Josef Rieder macht noch weiter, hat aber auch schon einen jungen Nachfolger gefunden. Es darf also gehofft werden, dass der Schaustollen und die Geschichte des Sulzbach-Rosenberger Bergbaus weiter auf das Interesse der Bevölkerung stößt. Dann waren die Leistungen von Hans Reinhardt, Josef Rieder, Georg Schaller und den vielen anderen Bergleuten sicher nicht umsonst.
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