Nach fünf Jahren Bauzeit: 56-Millionen-Projekt in Sulzbach-Rosenberg abgeschlossen
Schlackenberg ein Schmuckstück

Auf dem Gipfel der Deponie thront ein Info-Center, Rundwege ermöglichen einen Blick weit hinein ins Amberg-Sulzbacher Land. Über die touristische Nutzung des Schlackenberges ist allerdings noch nicht entschieden. Bild: ge
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
30.04.2013
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"Dieses größte Projekt seiner Art in Bayern ist ein Meisterstück der Deponietechnik!" Umweltminister Marcel Huber zeigte sich beeindruckt vom Ergebnis der fünfjährigen Bauzeit: In Sulzbach-Rosenberg ist die Sanierung des Schlackenberges der alten Maxhütte durch den Freistaat abgeschlossen. 56 Millionen Euro verwandelten das Reststoffgebirge in einen "grünen Hügel".

Die Folgenutzung, so der Minister bei der Eröffnung des Informationszentrums, stehe unter dem Motto: "ökologisch, kulturell, touristisch und energetisch". Die Schau über die Eisen- und Stahlherstellung der Oberpfalz besteht aus zwei architektonisch gestalteten Gebäuden. Das Bauwerk auf dem Gipfel des Deponie-Berges (479 Meter) bietet neben Blicken auf den sanierten Schlackenberg und das ehemalige Werksgelände eine eindrucksvolle Ausstellung. Für die sanfte touristische Nutzung seien laut Huber die vertraglichen Voraussetzungen zwischen der Stadt Sulzbach-Rosenberg und der Regierung der Oberpfalz in Vorbereitung. Für die energetische Nutzung in Form einer Photovoltaikanlage (ein Megawatt/Peak) am Südhang des Berges wird noch ein Investor gesucht, die Ausschreibung ist bereits in Vorbereitung.

Die Arbeiten am Schlackenberg nahmen auch Rücksicht auf den Lebensraum der hier heimischen Blauflügeligen Sandschrecke und der Blauflügeligen Ödlandschrecke. Die Sanierung der Deponie Schlackenberg ist die größte Baumaßnahme Bayerns im Deponiebereich. In mehr als 100 Jahren wurden hier 4,8 Millionen Kubikmeter Material aus der Eisen- und Stahlherstellung der Maxhütte abgelagert.
Mit der Sanierung stabilisierte der Freistaat die Steilböschungen und leistete durch eine Oberflächenabdichtung einen wichtigen Beitrag zum Grundwasserschutz. Fast 200 Bohrbrunnen, teils in innovativer Schrägbohrtechnik, sind zur Entölung des Deponiekörpers eingebracht, rund 1,5 Millionen Kubikmeter Baumaterialien bewegt.

Kosten deutlich gesenkt

Die ursprünglich veranschlagten Gesamtkosten von rund 105 Millionen Euro konnten die Planer der Baudienststelle der Regierung durch diverse Verbesserungen auf 56 Millionen Euro senken - "dieser Rahmen ist eingehalten worden", freute sich Minister Huber. Auch Regierungspräsidentin Brigitta Brunner würdigte die Ingenieurleistungen zur Erreichung des ehrgeizigen Ziels bei der Sanierung der mächtigen Deponie.
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