11.08.2014 - 00:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Ökumenisches Friedensgebet in der Spitalkirche - Appell der Weltgemeinschaft Einsatz für leidende Menschen

Aus aktuellem Anlass luden die beiden Kirchengemeinden Christuskirche und St. Marien zum ökumenischen Gebet für verfolgte Christen und den Frieden in die Spitalkirche ein. Die volle Kirche zeugte davon, dass es den Gläubigen beider Konfessionen nicht egal ist, was islamische Terroristen im Irak mit den Menschen christlichen Glaubens anstellen. Dies werde aber leider in der weiten Welt zu wenig wahrgenommen.

Sie gestalteten den eindrucksvollen Friedens-Gottesdienst: Von links Pfarrer Dr. Roland Kurz, Dekan Walter Hellauer, Dekan Karlhermann Schötz, Lektor Hans-Werner Pilhofer, Lektorin Hildegard Baumgärtner und Pfarrer Wolfgang Bruder. Bild: awb
von Autor AWBProfil

Nach dem Orgelspiel des Kantors Gerd Hennecke wies Dekan Karlhermann Schötz darauf hin, wie notwendig es ist, auf das Schicksal verfolgter Christen aufmerksam zu machen. "Wir haben hier eine Stacheldrahtkerze aufgestellt, sie soll als Symbol in einer gemeinsamen Aktion dafür sorgen, dass ein für die Welt unentbehrliches ,Licht der Menschlichkeit' in die Welt hineingetragen wird."

Schötz führte weiter aus, dass "die Menschen, für die wir bitten und beten, Christen und Muslime, Juden und Buddhisten, Menschen aller Hautfarben, aller politischen Überzeugungen und Kulturen sind. Diese Menschen haben zwei Dinge gemeinsam: Ihre unveräußerliche Würde, die durch Unterdrückung, Folter, Gefangenschaft, Vertreibung und Todesstrafe bedroht wird. Diese Menschen dürfen wir in ihrem Leid und ihren Ängsten nicht allein lassen. In besonderer Weise betrifft dies in diesen Wochen Christen im Nordirak, aber auch Menschen in der Ukraine und im Heiligen Land."

Nach dem gemeinsamen Lied "Sonne der Gerechtigkeit" sprachen die Geistlichen und die Gemeinde abwechselnd das Psalmgebet aus Psalm 102 nach dem Text der Basisbibel. Pfarrer Wolfgang Bruder wies im Kollektengebet auf den Leidensweg Christi hin und bat um Hilfe für die zur Zeit Leidenden und Bedrängten.

In der Lesung von Stadtpfarrer Dr. Roland Kurz aus dem Buch des Propheten Jeremia wurde deutlich, "dass der Herr bei uns ist wie ein starker Held, darum werden die Verfolger nicht gewinnen".

Lektorin Hildegard Baumgärtner informierte in der Lesung mit eindrucksvollen Worten aus einem Brief einer Christin aus Mossul im Irak, die mit dem Tod bedroht wurde. Da hieß es überall "ihr seid Christen, ihr habt hier keine Rechte". Dieser Appell ging an die Weltgemeinschaft an Kirchen, an Menschenrechtsorganisationen und an die UN - an alle, die an ein friedliches Zusammenleben glauben, um zu helfen.

Zehn Prozent verfolgt

Nach einer beeindruckenden Stille und dem anschließenden Liedruf "Bleibet hier und wachet mit mir, wachet und betet", ging Dekan Walter Hellauer in seiner kurzen Predigt auf die Christenverfolgung ein, was für viele eher ein historisches Stichwort zu sein scheine, als leidvolle Gegenwart. Dabei würden heute von den mehr als zwei Milliarden Christen rund zehn Prozent benachteiligt, diskriminiert und verfolgt.

Papst Franziskus habe sich vor einigen Tagen beunruhigt gezeigt über die enorme Zahl verfolgter und getöteter Christen, was noch schlimmer sei, als in der Zeit des Frühchristentums. In China, Nordkorea, in Teilen Afrikas und Indiens und in diesen Tagen besonders in Syrien und im Irak. Deshalb hätten die Erzbischöfe aller christlichen Konfessionen von Mossul einen dramatischen Aufruf an die Staatengemeinschaft gerichtet, den irakischen Minderheiten zur Hilfe zu kommen. "In diesen Tagen", so Dekan Hellauer "ist nicht nur unser Mitleid gefragt, sondern wir müssen mitleiden und uns für unsere verfolgten Schwestern und Brüder fürbittend und aktiv einsetzen".

Hoffnung verbreiten

Dem gemeinsamen Lied "Hoffnung, die dunkle Nacht erhellt, Hoffnung, die niemals zusammenfällt, Hoffnung, Christen schenkt sie aller Welt" folgten die Fürbitten, die von beiden Dekanen, den beiden Pfarrern und den beiden Lektoren Hans-Werner Pilhofer und Hildegard Baumgärtner gesprochen wurde. Die Gemeinde brachte nach jeder Bitte den Zwischenruf "Wir loben dich, denn du bist ein Gott des Friedens", ein.

Das gemeinsame Vaterunser, die Kollektenansage, sowie der Segen beider Dekane leiteten über zum gemeinsamen Schlusslied "Verleih uns Frieden gnädiglich". Beide Dekane wiesen abschließend darauf hin, dass in den Kirchen der Stadt Flyer mit Spendenaufrufen bereit liegen.

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