23.03.2005 - 00:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Rohrwerk Maxhütte auf Fachmesse in Indien präsent - Märkte der Zukunft liegen in Asien "Volles Rohr" in den Export

Der "Tiger von Eschnapur" brüllt nach industriellen Hightech-Produkten und Qualität "made in germany" - der Bedarf an Industriegütern für den Aufbau von Infrastruktur und Energieversorgung auf dem indischen Subkontinent ist gigantisch. Ein Markt, der zwar nicht gerade vor der Haustür liegt, auf dem aber dennoch auch das Rohrwerk Maxhütte in Zukunft nach Kräften Geld verdienen will.

von Uli Piehler Kontakt Profil

Rohrprodukte aus der Oberpfalz erregten auf der Fachmesse "Tube India" in Hyderabad das rege Interesse potenzieller (und potenter) Kunden. Das Rohrwerk Maxhütte hatte zum ersten Mal ein Vierergespann nach Indien gesandt: Verkaufsleiter Manfred Pirner, Produktionsleiter Siegfried Gierl, Export-Sachbearbeiterin Rita Breyl und Messe-Organisator Oliver Schirm sollten einem fachkundigen Publikum die Produktpalette ihrer Firma schmackhaft machen.

Durchaus mit Erfolg, wie Manfred Pirner nach dem Messebesuch bilanzrierte: Über 70 konkrete Kontakte mit möglichen Abnehmern wurden geknüpft, und einer von ihnen, ein Zylinder-Hersteller, setzte sich gleich ins Flugzeug und war schon einen Tag nach Schließung der Messe in Hyderabad zu Besuch im Rohrwerk Sulzbach-Rosenberg. Die wichtigsten Ansprechpartner für das Rohrwerk waren indische Kugellagerhersteller, Zylinderrohr-Produzenten oder auch Fertigungsbetriebe für Präzisionsstahlrohre, bei denen die Oberpfälzer künftig als Vormaterial-Lieferanten auftreten könnten.

Riesenbedarf an Rohren

Der oberpfälzische Rohrhersteller will seinen Exportanteil von derzeit rund 40 Prozent auf 50 Prozent steigern. Indien als Abnehmer soll dabei eine gewichtige Rolle spielen. Mit über einer Milliarde Einwohnern, davon über 270 Millionen, die dem Mittelstand zugeordnet werden, hat Indien einen enormen Entwicklungsbedarf auf den Sektoren Energieversorgung und Infrastruktur. Und genau das, was die Inder brauchen, um beispielsweise Kraftwerke zu bauen, produzieren die Rohrwerker in Sulzbach-Rosenberg: nämlich hochqualitative, extrem hitze- und druckbeständige Rohre. So genannte Kesselrohre, wie man sie auch in der Petrochemie oder im Schiffsbau einsetzt.

FH Würzburg als Partner

Das Team des Rohrwerks Maxhütte flog nicht unvorbereitet nach Indien, sondern hatte im Vorfeld von der Fachhochschule Würzburg eine Marktuntersuchung ausarbeiten lassen, deren Ergebnisse Ende Januar vorlagen und für den Messeeinsatz verwertet wurden. Verkaufsleiter Manfred Pirner: "Wir sind ein relativ kleines Verkaufsteam von neun, zehn Leuten, die im Tagesgeschäft gefangen sind. Da macht die Kooperation mit Fachhochschulen und Universitäten durchaus Sinn. Sie ersetzt in unserem Unternehmen eine teure Marketingabteilung."

Auf der "Tube India" präsentierte das Rohrwerk Maxhütte seine komplette Produktpalette, nahtlose Rohre in warmgewalzter und kaltgefertigter Ausführung. Aber auch andere Fernmärkte haben die Rohrwerk-Manager im Visier. So war der Betrieb in Kooperation mit der Anna-Hütte (Aicher-Gruppe) auch auf der Internationalen Baufachmesse "Big Five" in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten vertreten, und in Abu Dhabi schaute sich das Rohrwerk auf einer Messe der Petrochemie um. Vor allem Dubai mit seiner Freihandelszone und einer Vielzahl von Logistik-Dienstleistern gilt als internationale Drehscheibe für den Handel mit dem mittleren und fernen Osten.

Momentan liegt der Schwerpunkt der Exportgeschäfte des Rohrwerks zwar noch im europäischen Bereich, wobei neben den Hauptabnehmer-Ländern Österreich, Holland und Frankreich zunehmend Polen, Tschechien, Ungarn, Bosnien-Herzegowina eine Rolle spielen. Aber die strategischen Überlegungen und Pläne der Unternehmensleitung und der Verkäufer zielen längst über Europa hinaus auf Abnehmer in Übersee. Hier liegen für das Rohrwerk die Märkte der Zukunft.

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