10.10.2008 - 00:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Selbsthilfegruppe "Chronischer Schmerz" stellt sich CSU-Kreistagsfraktion vor Pilger auf der Suche nach Hilfe

von Redaktion OnetzProfil

Sie ist eine der größten Selbsthilfegruppen in der "Deutschen Schmerzliga e.V.": Die von Maria Boßle geführte Gruppe "Chronischer Schmerz" zieht immer mehr Patienten an, die unter chronischen Plagen leiden. Um mögliche Entwicklungspotenziale auch mit Blick auf die Krankenhäuser im Landkreis zu erörtern, diskutierte die CSU-Kreistagsfraktion mit der Sulzbacher Stadträtin Boßle und dem Vorstand des Kommunalunternehmens, Christian Roppelt.

"Patienten, die an diesen Schmerzen leiden, sind meist richtige Pilger auf der Suche nach Hilfe, von Arzt zu Arzt", erklärte Boßle deren oft verzweifelte Situation. Die nächste vollstationäre Behandlung sei erst in Nürnberg, Erlangen oder Regensburg möglich. Schmerz-Tageskliniken mit teil-stationärer Behandlung gebe es nur in Weiden und Neumarkt.

Ungeheuere Anstrengung

Für die betroffenen Patienten sei es eine ungeheuere Anstrengung, diese Fahrten auf sich zu nehmen, so die Stadträtin. Zum Teil bestehe sogar ein Fahrverbot wegen der Medikamentenbehandlung. Das Angebot in diesem Bereich sei dabei nicht ausreichend. Die Wartezeit betrage häufig bis zu fünf Monate. Besonders erfreut zeigte sich Boßle über die Unterstützung der Krankenhausleitung für die Arbeit der Selbsthilfegruppe. Durch die Bereitstellung von Räumlichkeiten könnten sich die Teilnehmer der Gruppe über ihre Erfahrungen austauschen. Dabei stehe nicht nur die psychologische Begleitung im Vordergrund, sondern häufig könnten auch Kontakte zu spezialisierten Ärzten hergestellt werden. "Die psychologischen "Schmerzbewältigungskurse" durch Heilpraktikerin und Psychotherapeutin Edeltraud Graf sind nicht nur einzigartig, sondern auch eine Bereicherung für die Patienten hier vor Ort", so Boßle.

"Wir bleiben am Ball"

Sie sprach aber auch ganz offen über die Bedürfnisse der Selbsthilfegruppe: "Was uns fehlt ist eine umfassende therapeutische Versorgung." Ein "Schmerztherapiezentrum" im Krankenhaus in Sulzbach-Rosenberg könnte die Angebotslücke in diesem Bereich schließen.

Über das Feedback von Vorstand Christian Roppelt konnte sich Boßle nicht beklagen: "Ich verstehe das Anliegen und werde es nach den besten Möglichkeiten unterstützen", so der Chef der beiden Landkreis-Krankenhäuser. Für die Umsetzung bedürfe es keiner neuen Räumlichkeiten und hinsichtlich des Personals wäre keine Neueinstellung erforderlich. Als größtes Problem dürfte sich erweisen, eine entsprechende kassenärztliche Genehmigung zu erhalten. "Aber Sie können sich sicher sein, wir bleiben hier am Ball", so Roppelt.

Als "lohnende Ergänzung" sahen die CSU-Kreisräte den Vorschlag von Maria Boßle. "Wir sind froh, wenn solche Vorschläge für die Optimierung des Krankenhausangebots auch aus der Gesellschaft kommen", unterstrich Fraktionsvorsitzender Stefan Braun.

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