04.09.2014 - 00:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

SPD-Kreistagsfraktion auf Baustelle im St.-Anna-Krankenhaus: Brandschutz erfordert Neubau "Rucksackbau" komplett geräumt

"Die medizinische Nahversorgung ist sehr wichtig", stellte Fraktionsvorsitzender Winfried Franz klar. "Wir wollen die örtlichen Krankenhäuser und die öffentliche Vertretung unterstützen." Die Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion traf sich am St.-Anna-Krankenhaus zum Ortstermin. Krankenhausvorstand Klaus Emmerich führte durch das Hospital, um die Fortschritte, aber auch die Probleme der derzeitigen Umbaumaßnahmen zu zeigen - für die Kreistagsfraktion kein beliebiger Termin.

Große Probleme macht bei der Krankenhaussanierung der sogenannte "Rucksackbau" (linkes Gebäude). Er wird eventuell sogar durch einen Neubau ersetzt. Bild: Gebhardt
von Autor ELRProfil

Der neu entstehende Eingangsbereich wird nicht nur wesentlich offener und freundlicher gestaltet, sondern auch energetisch besser konzipiert. Zwei separat voneinander öffnende Türen halten Kälte bzw. Hitze ab. Der vorgezogene Empfangsschalter, das Com-Center, sorgt künftig für freundlichen Empfang und bessere Kommunikation mit den Besuchern. Vorbei sind dann die Zeiten des kleinen Fensters, durch das man mit der Empfangsdame sprechen muss.

Neues Heim für die "Gyn"

Wintergarten und Terrasse sollen ebenfalls entstehen. Hier können Patienten und Gäste gemeinsam ihre Zeit verbringen. "Es soll eine entspannte, hotelähnliche Atmosphäre entstehen", erklärt Emmerich. Auch im Inneren tut sich einiges: Gynäkologie und Intensivpflegestation sollen ein neues Zuhause bekommen. Die viel zu kleine Krankenpflegeschule wird vergrößert, neue, zeitlich und technisch effizientere Operationssäle entstehen. "Die größte Herausforderung dabei ist es, dass die Patienten davon nichts mitbekommen", erklärte Emmerich.

Doch es gab auch Probleme am Bau: In der Gynäkologie stellte man fest, dass sich doch einige Betonwände hinter den Klinkern befanden. Dies führte zu einer ungewollten Lärmbelästigung der Patienten beim Durchbrechen der Wände.

Als am schlimmstem für das Bauunternehmen stellte sich jedoch das älteste Gebäude, der sogenannten "Rucksackbau", heraus. Hier sollte eigentlich die "Intermediate Care", die Intensivpflegestation, einziehen. Bei Untersuchungen wurde jedoch entdeckt, dass der Bau nicht brandschutzsicher sicher ist und leider auch nicht umgebaut werden kann. Er musste komplett geräumt werden.

Derzeit befindet sich nur noch ein Teil der Verwaltung unter verstärkten Sicherheitsmaßnahmen dort. Eine komplette Sanierung wäre viel zu teuer, so wird derzeit gemeinsam mit dem Ministerium für Gesundheit und Pflege über die Förderung eines Neubaues verhandelt. Die Renovierung der Intensivpflegestation rückte so zwangsläufig zeitlich stark nach hinten.

Zwischenmaßnahmen

Um einige dieser Erschwernisse zumindest überbrücken zu können, sind demnächst umfangreiche Zwischenmaßnahmen nötig. Für den Operationsbereich werden 2015 auf der neben dem Krankenhaus gelegenen Wiese Container auf Stelzen und an den zweiten Stock angebunden. Der Umbau der bestehenden OP-Säle erfolgt damit ohne Einschränkung für den Patienten.

Auch die Krankenpflegeschule wird im Herbst auf Container ausgelagert. Aus Platzmangel findet der Unterricht bis dahin ebenfalls in verschiedensten Zimmern der Klinik oder, in Absprache mit dem BRK, in dessen Räumlichkeiten statt. Das Aufstellen dieser Container sei zwar hilfreich, koste das Krankenhaus allerdings viel Geld, das es aus eigener Tasche bezahlen muss. Die Gynäkologie, die im Rucksackbau untergebracht war und somit in einen nicht brandschutzsicheren Bereich, wurde kurzzeitig in die ehemalige Intensivpflegestation umgesiedelt. "Dauerhaft ist das allerdings keine Lösung, da einfach nicht genug Platz vorhanden ist", meinte Emmerich. "Aber dafür haben wir 2015 eine völlig neue Entbindungsstation nach neuestem medizinisch-technischen Stand!"

Erste Erfolge

Natürlich gibt es nicht nur Probleme. Die ersten Erfolge sind ebenfalls zu vermelden und einige Bauabschnitte sind bereits fertiggestellt. Die modernen Umkleideräume für das Personal und die Büroräume für die Chefärzte werden bereits genutzt.

Die Besonderheit hierbei ist, dass jeweils zwei Büros durch ein Sekretariat verbunden. Dies sorgt für eine engere Zusammenarbeit. Als "Schmuckstück für die Patienten" bezeichnete Klaus Emmerich die modernisierte Physiotherapie.

Besonders stolz sei das Krankenhaus aber auf das neue Fachärztezentrum. Hier sind bereits der Neurologe Dr. Klaus Gebel und der HNO-Arzt Dr. Stefan Wagner eingezogen. Mit weiteren Praxen werde derzeit verhandelt. Die Nähe zu den Patienten sei sowohl für die Ärzte als auch die Patienten äußerst vorteilhaft.

Die SPD-Kreistagsfraktion versicherte dem Krankenhaus in allen Fällen ihre Unterstützung, damit das Haus nicht nur fertig renoviert, sondern auch noch lange erhalten werden könne.

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