SPD-Kreisverband Amberg-Sulzbach wählt neuen Vorstand - "Wechsel ist möglich"
Kampfansage an "Amigo-Sumpf"

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
28.04.2013
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Der neue und alte Vorsitzende des SPD-Kreisverbandes Amberg-Sulzbach heißt Reinhold Strobl: Der Landtagsabgeordnete wurde am Freitagabend mit einem Traumergebnis von 100 Prozent wiedergewählt. Strobl schwor die Genossen auf anstehende Wahlkämpfe ein und stichelte Richtung CSU. Bayern brauche eine neue Regierung, die Chance sei zum Greifen nahe.

Auch MdB Marianne Schieder und MdL Franz Schindler machten ihrer Unzufriedenheit mit der schwarz-gelben Regierung im Bund und Freistaat Luft. Die Zusammenarbeit mit der SPD im Landkreis lobten sie ausdrücklich. Richard Gaßner berichtete von der Bezirksebene, der Neukirchner Bürgermeister Winfried Franz von der Arbeit in den Kommunen.

MdL Reinhold Strobl durfte sich im Kettelerhaus über ein Traumergebnis freuen. Von 50 Delegierten aus den unterschiedlichen Ortsvereinen gaben ihm alle 50 ihre Stimme, als Strobl sich zur Wiederwahl an der Spitze der Landkreis-SPD stellte. Davor "hagelte" es aus unterschiedlichen Richtungen viel Lob für den alten und neuen Vorsitzenden.

Strobl sei als Politiker vor allem nachhaltig und ehrlich. Wenn er sich einem Thema widme, dann nicht nur mit einer schnell verfassten Pressemitteilung. Er bleibe am Ball und zeige ein nicht selbstverständliches Engagement für Anliegen der Bürger.

Vor allem aus dem Kastl kam viel Dank für Strobls aufopferungsvolles Bestreben hinsichtlich der seit Jahren brachliegenden Klosterburg dort. Strobl hatte sich wiederholt an die bayerische Staatsregierung gewandt und Wiederbelebung eingefordert.
Strobl ging in seinem Rechenschaftsbericht auf unterschiedliche Punkte ein. Die Werbung neuer Mitglieder war sein ein zentrales Thema, worin Einigkeit mit dem Sulzbach-Rosenberger SPD-Chef Achim Bender bestehen dürfte, der dies ebenfalls zum Kernthema erklärte. Von Bildungspolitik bis Steuergerechtigkeit machte Strobl seiner Unzufriedenheit mit der CSU Luft.

Und für den SPD-Abgeordneten ist ein Wechsel alles andere als unrealistisch. Umfragen seien das eine, Wahlen das andere. Strobl erinnerte an Beispiele aus Großbritannien und Österreich, als Parteien mit großartigen Umfrageergebnissen im Rücken siegessicher in Wahlen gegangen seine, um am Ende als große Verlierer da zu stehen. Bei den Grußworten der SPD-Mandatsträger gab es weitere Seitenhiebe in Richtung der CSU. MdL Franz Schindler bezeichnete die Staatsregierung als den "alten und neuen Amigo-Sumpf", den es endlich auszutrocknen gelte: "Das ist die CSU, wie sie leibt und lebt!" Dort schone man die "Amigos", von Steuerbetrug bis zur überbordenden Beschäftigung der eigenen Familienangehörigen auf Kosten der Steuerzahler.
Vor allem der ehemalige CSU-Fraktionsvorsitzende Schmid wurde von Schindler attackiert. Dieser habe seiner Ehefrau bis zu 5500 Euro monatlich an Gehalt überwiesen. "Wie viele Arbeitnehmer können denn von sich behaupten, mehr als 5500 Euro im Monat zu verdienen?" Die Affäre zeige einmal mehr, mit welch "abgehobener Selbstgefälligkeit" die CSU in Bayern nach Belieben regiere.

Die Bundeseben war Thema der Rede von MdB Marianne Schieder. Der Zustand des absoluten Stillstandes in allen Bereichen der Politik sei nicht mehr erträglich. Es brauche einen Regierungswechsel, so bald als nur irgendwie möglich. Schieder berichtete, dass ungeachtet des großen Handlungsbedarfs, weder in der Energiepolitik noch auf den Bereichen Arbeitsmarkt oder Gesundheitswesen mit irgendwelchen Schritten der Bundesregierung zu rechnen sei.

"Es wird im Bundestag viel geredet und vor allem gestritten zwischen Union und FDP, getan aber so gut wie nichts." Die Energiewende gehe nicht voran, die gesellschaftliche Spaltung werde schweigend akzeptiert, und auf den Mangel an Pflegekräften wisse man auch keine Antworten bei Schwarz-Gelb. Es gelte nun, Geschlossenheit in den eigenen Reihen zu zeigen und den Wechsel möglich zu machen. Punkten müsse die SPD nun aber auch vor allem mit eigenen Themen, nicht nur mit Kritik an den Fehlern der anderen.
Die Zusammenarbeit mit dem SPD-Kreisverband lobten sowohl Schieder als auch Schindler. Strobl sei immer erreichbar und bringe die Interessen des Landkreises entsprechend ein. Der Landtagsabgeordnete aus Schnaittenbach selbst dankte für das Vertrauen, ließ es sich aber auch nicht nehmen, ein paar kritische Punkte anzumerken. Er forderte von den Genossen vollen Einsatz bei der anstehenden Wahlen.

Umso erfreulicher, dass beinahe jeder SPD-Ortsverein bei der Kreiskonferenz vertreten war und seine Delegierten entsandt hatte. Denn der Saal des Kettelerhauses war brechend voll. Die Aufbruchsstimmung bei den Genossen war tatsächlich spürbar, die Landkreis-SPD sei bereit für die anstehenden Wahlkämpfe.

"Der Wechsel ist möglich in Bayern, es sind lediglich zwei Prozent hin oder her, die wir davon überzeugen müssen, dass wir es besser können. Das ist machbar," so Strobl.
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