25.08.2014 - 00:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

SRZ-Gartenserie: Tipps und Tricks rund um den Teich - Einfach mal richtig entspannen Mit Fridolin in der Sumpfzone

Ein leises metallisches Surren schwebt in der Luft über dem blanken Spiegel, am Ufer wiegen sich die Blütenkandelaber des Blutweiderich anmutig in der angenehmen Sommerbrise, bedächtig ziehen Goldfische und Orfen ihre Runden, beruhigend plätschert das Wasser aus dem Zulauf in den Teich, und über meinem Kopf hämmern zwei Spechtmeisen ihr schnelles Morse-Stakkato in die Rinde des alten Birnbaums. Die Zeit scheint still zu stehen, und ich weiß längst: Es war bestimmt nicht die schlechteste Idee, unseren Garten mit einem Teich zu bereichern.

Seerosen sind prächtige Wasserblüher. Aber Vorsicht: Sie neigen zum Wuchern, daher geeignete Zwerg-Zuchtformen wählen.-
von Autor RLÖProfil

Für das Surren sind die großflügeligen Libellen zuständig - den pfeilschnellen und wendigen Flugmanövern dieser Luftakrobaten kann das Auge kaum folgen, und der stattliche Grasfrosch, der sich im Moos der Uferböschung sonnt, hat den Gedanken an eine schmackhafte Libellenbrotzeit längst verworfen. Ein paar fette Fliegen oder Mücken tun es auch, zum Hochgeschwindigkeitsjäger ist man als Frosch einfach nicht geboren.

Kleine Wasserwelt

Wer es in seinem grünen Gartenreich naturnah liebt und ausreichend Platz zur Verfügung hat, der schafft sich über kurz oder lang seine eigene kleine Wasserwelt. Intensiver und spannender lässt sich Natur pur kaum sonst irgendwo beobachten und genießen als hier. Gründliches Planen ist die Voraussetzung für den ungetrübten Spaß am nassen Gartenelement. Das fängt schon beim richtigen Standort an. Wer seine Wasserspiele ganz bequem von der Terrasse aus erleben möchte, für den kann der kleine Teich in Sichtnähe - vielleicht auch in der geometrischen Strenge eines Rechtecks oder kreisrund angelegt - das Nonplusultra sein.

Ein Teich für den Naturfreund, mit reichem Pflanzen- und Tierleben am Ufer und im Wasser, sollte eher in einer abgelegenen Gartenecke angelegt werden und beansprucht dabei schon etwas mehr Platz als eine Regenpfütze. Grundsätzlich sollte ein Gartenteich von verschiedenen Seiten her einsehbar sein, nach Möglichkeit mit ausreichendem Abstand von laubabwerfenden Bäumen, denn das erleichtert später das Sauberhalten des Wassers enorm. Volle Ganztagsbesonnung des Teichs sollte jedoch vermieden werden, um die Algenplage in Grenzen zu halten. Im Normalfall genügen fünf bis sieben Sonnenstunden, um das Feuchtbiotop prächtig gedeihen zu lassen.

Hochwertige Folie

Ist das Teichbecken erst einmal ausgehoben (naturnahe Teiche vertragen im Uferverlauf durchaus einige Buchten), greift man für die Abdichtung am besten zu einer qualitativ hochwertigen Teichfolie. Die Teichgrube wird vor dem Auslegen der Folie mit einer etwa 10 bis 15 cm starken Sandschicht ausgekoffert, um die Folie vor Beschädigung durch spitze Steine oder Wurzelenden zu schützen. Ganz wichtig bei der Teichmodellierung ist ein abgestufter Übergang von der Tiefwasserzone zu den Flachwasserbereichen, die dann sanft in die Uferböschung übergehen.

Wer vor hat, in seinem Teich später ganzjährig Fische zu halten, sollte seine Tiefwasserzone mindestens 1,5 m tief planen, damit die geschuppten Freunde dort abtauchen und so auch in strengen Frostwintern überleben können. Beim Auslegen der Teichfolie ist an manchen Stellen Faltenbildung unvermeidlich. Kein Problem, denn diese Stellen lassen sich später mit Wasserpflanzen oder größeren Kieseln spielend kaschieren.

Auf keinen Fall vergessen sollte man bei der Ufergestaltung, das Endstück der Folie einige Zentimeter hinter dem Uferrand etwa zehn Zentimeter ins Erdreich abzusenken und dann wieder senkrecht nach oben zur Erdoberfläche zu führen. Damit legt man eine Kapillarsperre an, die das "Abwandern" des Teichwassers über die Saugwurzeln der Uferpflanzen in die trockene Bodenzone verhindert.

Lässt man an bestimmten Uferabschnitten die Folie etwas großzügiger unterirdisch bis zur Kapillarsperre verlaufen, schafft man damit spätere Sumpfzonen, in denen sich Wasserpflanzen wie die gelbe Schwertlilie, Wasserminze, Sumpfdotterblume, Sumpf-Vergissmeinnicht, Blutweiderich und andere wohlfühlen.

Ein Zuwanderer

Wertvolle Tipps zur Belebung des Teichs mit der passenden Bepflanzung, zur Wasserpflege (in naturnahen Teichen klappt das auch ohne aufwändige Filteranlage) oder zum Fischbesatz, bei dem grundsätzlich Zurückhaltung in punkto Stückzahl zu empfehlen ist, finden sich in der Gartenfachliteratur. Wasserbewohner wie Wasserläufer, Wasserflöhe, Schnecken, Wasserspinnen, Libellen usw. stellen sich nach und nach von selber ein. Auch unser Frosch "Fridolin" ist vor einigen Jahren zugewandert und teilt seither mit uns und einigen Teichmolchen die tägliche Freude am nassen Paradies.

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