21.01.2004 - 00:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Staatssekretär Jürgen Heike sagt Gelder für Aussiedler-Infoheft des Jugendgemeinschaftswerks zu Ein weiterer Schritt zur Integration

Ein verspätetes Weihnachtsgeschenk brachte Staatssekretär Jürgen W. Heike zum Besuch im CJD-Jugendgemeinschaftswerk Sulzbach-Rosenberg mit. Dessen Leiterin Ute Kredler freute sich sehr über die Mitteilung, dass ein Projektantrag voraussichtlich bezuschusst werden kann. Das Jugendgemeinschaftswerk kann dadurch die Erstellung eines Infoheftes von und für junge Migranten in Angriff nehmen.

von Helga KammProfil

Landtagsabgeordneter Heinz Donhauser, der den bayerischen Staatssekretär im Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familien und Frauen begleitete, wies auf zwei besondere Problem-Themen der Stadt Sulzbach-Rosenberg hin: den Konkurs der Maxhütte sowie die Aufnahme sehr vieler Spätaussiedler.

Auch wenn deren Zahl mittlerweile auf rund 500 Bewohner im Übergangswohnheim zurückgegangen sei, betrage ihr Gesamtanteil an der Bevölkerung der Stadt 14,2 Prozent, und es gebe erhebliche Integrationsschwierigkeiten, insbesondere für junge Menschen.

Hier leistet seit vielen Jahren die Ortsgruppe Sulzbach-Rosenberg des Christlichen Jugenddorfes (CJD) wertvolle Hilfe als Beratungsstelle für junge Migranten von zwölf bis 27 Jahren bei persönlichen Problemen, bei allen Fragen um Schule, Ausbildung und Beruf sowie bei der Freizeitgestaltung.

In Deutsch und Russisch

Bei dem jetzt beantragten Projekt handelt es sich um ein deutsch-russisches Infoheft mit wichtigen Informationen zu den Themen Beruf, Berufsbilder, Bewerbung, Arbeits-/Ausbildungsplatzsuche, Angebote in der Region, Schulen, Freizeit, das eigene Leben und die eigene Kultur. Es wird von jungen Migranten selber erstellt und soll nicht nur die sozialen Kompetenzen der Teilnehmer verbessern, sondern auch weiteren Jugendlichen Zugang zu diesen Themen bieten.

Nach der erfreulichen Mitteilung des Staatssekretärs kann das CJD-Jugendgemeinschaftswerk mit rund 9650 Euro Zuschuss zu dieser Maßnahme rechnen und sie bereits im Frühjahr in Angriff nehmen.

Ein weiterer Antrag des Jugendgemeinschaftswerks auf Einsatz eines "Streetworkers" aus den Reihen der Spätaussiedler, um soziale Konflikte in der Stadt zu entschärfen, hat laut Heike nur geringe Chancen auf Förderung. Begründung: Es laufe bereits und noch bis 2005 das "Dawai-Projekt", das einen ähnlichen Inhalt habe.

Lebendiges Haus

Ute Kredler dankte dem Staatssekretär und auch MdL Heinz Donhauser für ihre Unterstützung und versicherte, dass dieses Projekt ein weiterer kleiner Schritt sein könne, die oft schwierige Situation der jungen Migranten selber und die Beziehungen zu ihrem sozialen Umfeld am Ort zu verbessern.

Bei einem Rundgang durch das Haus waren die beiden Politiker überrascht vom Leben in den einzelnen Räumen: Die Computer im Café waren frequentiert, eine Mädchengruppe machte mit Begeisterung Wortspiele, in der Küche warteten halbfertige Theaterkostüme auf ihre Näherin.

Heike und Donhauser dankten Ute Kredler und ihrem Team und machten ihr Mut, trotz Unsicherheit, Geldmangel, oft Ärger und manchmal auch Frust, ihre wertvolle Arbeit fortzusetzen.

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