13.03.2004 - 00:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Über 1000 Unterschriften gegen eine Bebauung der Grün- und Spielfläche am Schulmuseum: Hier können Kinder noch toben

"Das ist zur Zeit wirklich meine geringste Sorge", meint 1. Bürgermeister Gerd Geismann. Am Status des ehemaligen Schulsportplatzes beim Rosenberger Schulmuseum als Spiel- und Bolzfläche werde sich vorerst wohl nichts ändern. Die Anlieger sehen das anders. Sie sind durchaus in Sorge, dass die Stadt ein begehrliches Auge auf dieses bisher unbebaute Grundstück geworfen hat.

von Josef Maier Kontakt Profil

Rund 3000 Quadratmeter groß ist die Grünfläche beim Ersten Bayerischen Schulmuseum, die dem damaligen Schlössl-Schulhaus als Sportplatz und Pausenhof diente. Obwohl das Geländeplatz im Flächennutzungsplan der Stadt als einziger Bolzplatz im Stadtteil Rosenberg festgeschrieben ist, gibt es seit vielen Jahren immer wieder Überlegungen, hier mit Wohnbebauung eine "Baulücke" zu schließen.

Derzeit gebe es keine aktuellen Planungen in diese Richtung, sagt Bürgermeister Gerd Geismann. "Wir wollen auch nicht unser Tafelsilber komplett verscherbeln- Aber gesetzt den Fall, die Stadt bräuchte Geld und es käme eines Tages ein Millionär, der dort eine vernünftige Planung realisieren möchte, dann müsste darüber neu diskutiert werden." Es sei nun einmal so, dass niemand in der Stadt einen Anspruch habe auf unverbaute Aussicht.

Stadtbaumeister Dieter Rebhan bestätigte auf Anfrage der SRZ, dass es eine Liste sämtlicher verfügbaren Grundstücke in Stadtbesitz gibt, in der auch die Fläche beim Schulmuseum aufgeführt ist. Der Stadtrat fordere nun zu jedem Grundstück eine planungsrechtliche Stellungnahme. Daran werde momentan gearbeitet.

Genau hier setzt die Besorgnis der Rosenberger ein, die sich für den Erhalt dieser Erholungsfläche stark machen. In Zeiten der Finanzknappheit könnte bei Verwaltung und Stadträten die Versuchung übermächtig werden, mit dem Verkauf der 3000 Quadratmeter als Bauland die Stadtkasse etwas aufzubessern, befürchtet denn auch Werner Singer, einer der Anlieger.

Nachdem schon Ende der 80er Jahre über 300 Unterschriften gegen eine Bebauung des Platzes gesammelt worden waren, hat Werner Singer erneut Bürgerinnen und Bürger mobilisiert. Über 1000 Unterschriften liegen ihm aktuell vor, "die bezeugen, dass den Rosenbergern dieser Platz genau so heilig ist wie dem Bürgermeister sein Bürgerpark".

Sommer wie Winter werde der Platz sehr intensiv als Spiel- und Sportfläche genutzt, auch von den Kindergärten und Schulklassen der Jahnschule, von Besuchern des Schulmuseums und von Vereinen, die die gute Eignung dieses Areals als Festplatz inzwischen zu schätzen wissen. Würde die Grünfläche bebaut, so Singer, widerspräche das genau dem Motto der Rosenberger Ortskernsanierung "Grün zwingt Grau raus und Lebensqualität rein".

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